Samstag, 3. November 2018

Schmerzhafte Aufarbeitung der Familiengeschichte

Alexandra Senfft, Autorin und Publizistin, arbeitet die eigene Familiengeschichte auf (Foto: © Judah Passow)
Prora (PA). Am Dienstag, den 6. November 2018, lädt die Heinrich-Böll-Stiftung MV um 18.30 Uhr zu ihrer ersten Veranstaltung auf der Insel Rügen ein. Der Auftakt - ein Lesungs- und Gesprächsabend - findet im Dokumentationszentrum Prora, Strandstraße 74, mit Autorin und Publizistin Alexandra Senfft unter dem Titel „Schweigen tut weh“ statt.

Die Heinrich-Böll-Stiftung MV schreibt zum Inhalt der Veranstaltung mit freiem Eintritt:

"Einige Jahre nach dem tragischen Tod ihrer Mutter lässt Alexandra Senfft die Vergangenheit ihrer Familie lebendig werden. Ihr Großvater Hanns Ludin war ein hochrangiger Nationalsozialist, der maßgeblich an der Deportation der slowakischen Juden beteiligt war. Als verurteilter Kriegsverbrecher wurde er hingerichtet. Es sind die starken Frauen, die in dieser Familie das Gespinst der Verdrängung gewoben haben. Und es sind die starken Frauen, die es zerreißen: die Mutter durch ihr unverstandenes Leid, die Tochter Alexandra Senfft mit einem ergreifenden Buch, in dem sie einfühlsam und mutig beschreibt, wie die unverarbeitete Vergangenheit ihre Familie belastet."

Alexandra Senfft, Jahrgang 1961, ist Islamwissenschaftlerin, Autorin und Publizistin. 1988 war sie Nahostreferentin der Grünen-Fraktion im Bundestag, später UN-Beobachterin in der Westbank und bis 1991 UN-Pressesprecherin im Gazastreifen. Zudem war sie als Reporterin und Redakteurin tätig, heute schreibt sie für namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Für ihr Buch „Schweigen tut weh“ wurde sie mit dem Deutschen Biografiepreis 2008 ausgezeichnet.