Mittwoch, 14. November 2018

Usedom Wenn sich kein Rad mehr dreht...

Stau: Auf den pommerschen Inseln Rügen - hier vor Samtens - und Usedom ein Saisonthema
Usedom (PA). Am Mittwoch, den 14. November 2018, hat der Energieausschuss in Schwerin ein Gespräch mit Experten zum Thema „Verkehrssituation auf der Insel Usedom“ gesucht. Eingeladen waren dazu u.a. Vertreter der Gemeinde Heringsdorf, des Straßenbauamtes Neustrelitz, der Usedomer Bäderbahn, der IHK zu Neubrandenburg sowie der DEHOGA – Regionalverband Ostvorpommern. Im Mittelpunkt stand dabei die gegenwärtige Situation und ihre Auswirkungen auf die pommersche Insel Usedom, die neben der Insel Rügen, eine der bedeutendsten Tourismusdestinationen des Landes ist.

Dabei sollte es vor allem um eine "ungeschminkten" Sachverhaltsdarstellungen zur Situation kommen und die unterschiedliche Erwartungen der Betroffenen erörtert  werden. Als zentrales Problem stellte sich dabei die fehlende zentrale Zuwegung zur Insel Usedom dar. Derzeit erfolgt der Verkehr im Norden über Wolgast und im Süden auf mehreren teilweise noch nicht ausgebauten Bundes- und Landesstraßen. Die Kapazität des vorhandenen Straßennetz der Insel sei zudem kaum noch in der Lage die Verkehre aufzunehmen, so dass die Staubildung zwangsläufig erfolge. Mit einer weiteren Verstärkung des Verkehrsaufkommens ist nach der Fertigstellung des Swine-Tunnels - zwischen den pommerschen Usedom und Wollin - aus Richtung Swinemünde zu rechnen.

Während einerseits für einen stärkeren Einsatz des Landes zur Lösung des Problems geworben wurde, gab es von der Landespolitik kritisiert, dass es es auf der Insel Usedom kein gemeinsames Konzept gebe und jede Gemeinde nur für sich selbst spräche. Im Ergebnis der 42. Sitzung des Energieausschusses sprach man sich für Straßenausbaumaßnahmen auf dem der Insel vorgelagerten pommerschen Festland aus. Dem ÖPNV solle außerdem eine strategische Bedeutung beigemessen werden. Daneben soll der Schienenverkehr besser ausgebaut werden, was auch die Anbindung Usedoms an den schienengebundenen Fernverkehr auf den Plan rief. Eine Bahnanbindung nach Berlin über die Karniner Brücke ist zwangsläufig, um die Fahrzeiten für Bahnreisende auf unter zwei Stunden zu verkürzen.
 
Rainer Albrecht, Ausschussvorsitzender, sagte dazu abschließend: 

"Es hat sich gezeigt, dass die von den Experten genannten Probleme sehr vielschichtig, aber tw. auch hausgemacht sind. Das Land kann wegen der kommunalen Selbstbestimmung nur beratend tätig sein und gemeinsam mit dem Bund - im Rahmen der jeweiligen Zuständigkeiten - versuchen, Unterstützung und Hilfe für zwischen den Gemeinden abgestimmte Maßnahmen anzubieten, um die angespannte Situation auf der Insel zu entschärfen. Wichtig ist jetzt, dass die Gemeinden verstärkt zusammenarbeiten und alternative Mobilitätsangebote unterbreiten, um Belastungsspitzen beim Verkehr zu entzerren."