Montag, 26. November 2018

Wenn Steine wandern...

Neuer Standort der Plastik
Ein Beitrag von Norbert Dahms 
 
Zu den beliebtesten Sportarten gehört derzeit das "Steinerücken" in und um Sassnitz. Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Sagensteine in der Stubnitz von einem Ort zum anderen "gewandert" sind. Doch dies ist kein Einzelfall. 


Am 21. Dezember 2017 berichteten wir in unserem Beitrag "Spur der Steine" von einer Plastik vor dem ehemaligen ZDG (Zentrales Dienstgebäude) der Bahn. Und in diesem Jahr brachten wir dazu einen weiteren Beitrag "Ein Künstler besucht seine Plastik" am 25. September 2018. In diesem zweiten Bericht machten wir auch zum Ende darauf aufmerksam, dass seit dem Frühjahr 2018 ein Vorschlag an die Stadt Sassnitz zur Umsetzung der Plastik (in den Stadthafen) an einem repräsentativen Platz existiert.

Unregelmäßige Spaltmaße bedingt durch die billigen Abstandshalter
Nun gibt es eine Fortsetzung der Geschichte, die jedoch alles andere als erfreulich sein dürfte und erst kürzlich neu geschrieben wurde. Denn seit kurzem ziert die Plastik - nach einer offensichtlichen  "Hau-Ruck"- Aktion - den Einfahrtsbereich zum Fährhafen Sassnitz-Mukran. Der eilig hergerichtete Untergrund kann mit dem bisherigen Kunstwerk nicht konkurieren. Bei etwas näherer Betrachtung fällt sogar auf, dass man bei den Umsetzungsarbeiten nicht unbedingt auf Präzision geachtet hat. 

Recht und billig: Statt Bronze nun Kunststoff
Deutlich sichtbar wird, dass die Spaltmaße zwischen den einzelen Blöcken im Gegensatz zur ursprünglichen Aufstellung sehr unterschiedlich sind. Was aber viel schlimmer für Kenner der Plastik ist: Es gibt "neue" Abstandshalter. Ganz bewußt hatten wir in unserem letzten Artikeln dazu nicht darüber berichtet, dass es sich am alten Standort um Abstandshalter aus Bronze handelte. Schrottdiebe sollten nicht auf die Spur geführt werden und so die Plastik nicht Opfer eines Diebstahls werden, denn auf beim Metallhandel könnte man mit den alten Abstandshaltern sicher einen stolzen Preis erzielen. Jetzt sind die Blöcke also auf Abstandshaltern aus Kunststoff gelagert, welche eher abgerissen als geschnitten wurden. Dies erklärt dann auch die Spaltmasse, die die Blöcke teilweise auseinanderklaffen lassen und wohl kaum einen adäquater Ersatz für eine präzise Maßarbeit sind. Fragt sich natürlich schon was aus den Bronzeplatten geworden ist? Und das man es mit der  Plastik nicht so genau nahm, zeigt auch die Umsetzung selbst: Einige der Blockkanten wurden angeschlagen - also beschädigt. 

Beschädigt und entwertet...
Ein sachgerechter Umgang mit einer Plastik und einem kulturellen Wert sieht sicher anders aus. So wurde aus einer Idee zum Unsetzen an einen repräsentativen Standort, der der Plastik gerecht werden sollte, eine Abwertung der Sache selbst.

Weitere Informationen zum Thema:
"Spur der Steine" (21. Dezember 2017)