Samstag, 1. Dezember 2018

Unsere Inselfilme: "Hannes Scharf" (1966)

Peter Sindermann in der Rolle des Hannes Scharf (Foto: DRA / Studio Hamburg Enterprises)
Die Abenteuer des legendären Freibeuters Hannes Scharf dürften heute nur noch wenigen vertraut sein. Die im Thüringen des 17. Jahrhunderts angesiedelte Serie erzählte in zehn Teilen von den Abenteuern von den Erlebnissen des unbequemen Helden, der sich gegen das Unrecht und gegen die  herrschende Willkür auflehnt und dabei für das Recht und die Freiheit der Armen und Unterdrückten kämpft.

Bereits im ersten Teil, der den Titel "Neunzehn Seelen" trägt, geht er dabei mait reichlich Witz an die Lösung der Probleme, denn: Ein Teil der "Landeskinder" soll an die Engländer verkauft werden und in Amerika gegen die Aufständischen kämpfen. Kurzerhand bemächtigt er sich der Uniform eines englischen Offiziers und sorgt, so verkleidet, schon bald für allerhand Tumult, der letztlich dazu führt, dass die Wachen der "Landeskinder" auf das Schiff der Engländer gehen, um für diese als Soldaten in Amerika zu kämpfen, während die "Landeskinder" in den Uniformen ihrer Bewacher in Deutschland bleiben. Damit scheint der Freibeuter Hannes Scharf schon fast in die Fußstapfen eines Klaus Störtebeker zu treten...

Gut zu erkennen: Im Hintergrund der Peilturm von Kap Arkona (Foto: DRA / Studio Hamburg Enterprises)
Als Drehort dieser ersten Episode wählte man im Jahre 1966 damals auch die Insel Rügen, genauer gesagt: die Halbinsel Wittow. Hier, unterhalb vom Kap Arkona entstehen die Außenaufnahmen dafür. Wobei sowohl der Peilturm vom Kap als auch der Steg des Fischerdorfes Vitt deutlich erkennbar sind. Der Transport der Wachen, die nun  anstelle  der "Landeskinder"  geknebelt und gefesselt  an  die  Engländer übergeben werden, erfolgt dabei zum ehemaligen Segelschulschiff "Wilhelm  Pieck", dass auch seinen Beitrag für die Filmaufnahmen lieferte.

In der Hauptrolle des legendären Freibeuters Hannes Scharf ist dabei übrigens der Schauspieler Peter Sindermann zu sehen. Der 1939 auf Capri geborene Stiefsohn vom einstigen Vorsitzenden des Ministerrates der DDR und späteren Präsidenten der Volkskammer, Horst Sindermann, spielte nach seinem Schauspielstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen gleich in mehreren Kino- und Fernsehfilmen mit. Peter Sindermann, dessen Leidenschaft auch das Fliegen war, besaß seit dem Frühjahr 1971 auch eine Lizenz als Fluglehrer für Kleinflugzeuge. Nur etwa ein halbes Jahr später kam er bei dem Absturz eines Kleinflugzeuges bei Halle ums Leben. Die Ursachen sind bis heute ungeklärt.

Die "falschen" Gefangenen werden von Hannes Scharf Richtung Vitte getrieben (Foto: DRA / Studio Hamburg Enterprises)
Mit der Veröffentlichung der Doppel-DVD der kompletten Serie "Hannes Scharf - Die Abenteuer des
legendären Freibeuters" erinnert das Studio Hamburg Enterprises an den DEFA-Schauspieler Peter Sindermann und an die Dreharbeiten auf der Insel Rügen.
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Weitere Informationen zu bekannten Schauspielern:
Das Schauspiel-Schloß (1) / Das Schauspiel-Schloß (2) /

Unsere Inselfilme in chronologischer Reihenfolge ihrer Entstehung: 
"Pro Patria" (1910) / "Inge Larsen" (1923) / "F.P. 1 antwortet nicht" (1932) / "Lügen auf Rügen" (1932) / "Der Dschungel ruft" (1936) / "Brand im Ozean" (1939) / "Alarm auf Station III" (1939) / "Geheimakte W.B. I. (1941) / "Das Mädchen von Fanö" (1941) / "Opfergang" (1944) / "Schatten über den Inseln" (1952) / "Genesung" (1955)"SAS 181 antwortet nicht" (1958) / "Im Sonderauftrag" (1959)"Hatifa - Abenteuer einer Sklavin" (1960) / "Ein Sommertag macht keine Liebe" (1960) / "Leuchtfeuer über Schnee und Eis" (1963) / "Die Hochzeit von Länneken" (1964) / "Die Reise nach Sundevit" (1966) / "Hannes Scharf - Die Abenteuer des legendären Freibeuters" (1966) / "Mitten im kalten Winter" (1968)"Die Heiden von Kummerow" (1968)"Heißer Sommer" (1968) / "Das unsichtbare Visier (1975) / "Suse, liebe Suse" (1975)"Tambari" (1976) / "Hiev up" (1978) / "Vergeltung" (1980) / "Vor meiner Zeit" (2001) / "Der Bernsteinfischer (2005)"Die Männer der Emden" (2014) / "Von pommerschen Bauernsöhnen und russischem Karnickeldraht" (2018) / 

Wir danken für die Unterstützung:
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dem Rügener Filmarchiv, dem Studio Hamburg, der ARD und dem ZDF