Dienstag, 22. Januar 2019

Im Blickpunkt: Der Künstler Joachim Daerr

"Mönchgut" (1949), ein Aquarell von Joachim Daerr
Putbus (PA). Am Samstag, den 26. Januar 2019, wird - anläßlich der Verlängerung einer Hans-Dieter-Bartel-Ausstellung - um 15.00 Uhr in die Orangerie Putbus eingeladen. Hier liest der Putbusser Künstler Egon Arnold aus seinem Joachim Daerr-Essay von 2011 "Autobiographische Texte eines Rügener Künstlers".

Joachim Daerr ist vielen älteren Putbussern noch bestens als Kunsterziehungslehrer bekannt. Der Putbusser Pfarrerssohn arbeitete von 1939 bis Ende der Fünfziger-Jahre in diesem Beruf auf der Insel Rügen und starb später (1985) in Witten an der Ruhr. 

Im Mittelpunkt der kleinen Lesung steht allerdings seine Reise in die Mongolische Volksrepublik (1954). Dass die KulturStiftung Rügen, Egon Arnold und Hans-Dieter Bartel zu der Veranstaltung einladen, hat gleich zwei Gründe: Zum einen soll an den zu Unrecht auf Rügen fast vergessenen Künstler erinnert werden, zum anderen war Joachim Daerr auch der Kunsterziehungslehrer von Hans-Dieter Bartel.

Die Lesung erfährt eine kleine musikalische Untermalung am Flügel durch die Musikschule Rügen.


Joachim Daerr (8.5.1909-30.1.1986) war Landschaftsmaler, Graphiker, Lithograph, Holzschneider, Radierer, Zeichner, Dekorationsmaler, Textilkünstler und Kunsterzieher. Er ging in Putbus zur Schule und besuchte von 1929 bis 1932 die Staatliche Kunstschule für Textilindustrie in Plauen/Vogtland und absolvierte im Anschluß bis 1934 eine Lehre als Dekorationsmaler in Dresden. Dann studierte Daerr an der Hochschule für Kunsterziehung in Berlin-Schöneberg. Seine Referendarjahre von 1938 bis 1940 absolvierte er in Putbus und Stettin. Ab 1942 war er als Kunsterzieher im höheren Schuldienst - u.a. in Putbus, Bensberg/Köln und ab 1945 wieder in Putbus und Bergen tätig. Im Jahre 1958 floh er aus der Deutsche Demokratische Republik (DDR) nach Witten a. d. Ruhr. Dort arbeitete er als Gymnasiallehrer für Kunst und Geographie und unternahm Studienreisen durch Europa, Asien, Amerika und Afrika.