Samstag, 19. Januar 2019

Kalenderblatt: Rüganerin Ina Rex gestorben

Haben Sie schon einmal von Alwine Amalie Hinrichsen gehört? Nein, sicher nicht. Von Ina Rex - so ihr Pseudonym - dagegen ganz sicher! Denn die Schriftstellerin, die am 28. Juli 1848 in Groß Zicker geboren worden sein soll, ist vor allem mit ihrem Buch "Nivellierarbeit der Zeit" in den Köpfen und Herzen der Rüganer verankert.

Das Buch mit seinem vielleicht heute etwas sperrigen Titel verrät uns Nachgeborenen etwas aus dem Leben auf der Halbinsel Mönchgut und der Insel Rügen vor weit über 100 Jahren. Das Interesse an dieser Zeit und dem Alltag unser Vorfahren ist dabei vielleicht einer der Gründe, warum das ursprünglich 1910 erschienene Original nach 1989 eine Neuauflage erfuhr und dazu beitrug, dass Ina
Rex auf der Insel Rügen wieder ein Begriff ist.

Geboren wurde sie übrigens als Tochter des Zollbeamten Johann Heinrich Wilhelm Hannemann und seiner Frau Marie Sophie Johanna, geborene Niemann. Mit der späteren Heirat des Rostocker Kaufmanns Carl Hinrichsen widmete sie sich zunächst den Kindern und der Hausarbeit. Diese Zeit sollte sie später in einem ihrer Briefe so reflektieren:  

"Mein ganzes Leben war, sagen wir, durch ein Streben nach etwas Höherem gewissermaßen ein innerlich unruhiges, oft zerfahrenes. Redlich habe ich mich immer wieder bemüht, mich anzupassen, peinlich meine Pflicht erfüllt, weil ich ein empfindliches Gewissen besitze - gelangt hat  ́s dennoch nirgends."

Zu ihren publizierten Werken zählt "Stille Schicksale" (1908) und die bereits erwähnte "Nivellierarbeit der Zeit" (1910). Auch wenn sie die Veröffentlichung des letzten Buches nicht mehr erlebet, so war es doch prägend für das, was wir mit dem Namen Ina Rex heute verbinden. Am 19. Januar jährt sich der Tag, an dem sie für immer die Augen schloss. Während einige spätere Erwähnungen vom Todesjahr 1909 ausgehen – danach würde sich dieses Ereignis zum 110. Mal jähren, ging man in letzter Zeit von dem Sterbejahr 1910 aus. Wie dem auch sei. In dieser Ausgabe wollen wir an sie erinnern. Wer weiß? Vielleicht bringt es den einen oder anderen Leser nun auch dazu noch einen oder einen erneuten Blick in die "Nivellierarbeit der Zeit" zu werfen.