Donnerstag, 10. Januar 2019

Pommersche Kirche will ihre DDR-Geschichte aufarbeiten

Für den Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR überbrachte der Vorsitzende der Konferenz der Kirchenleitungen, Bischof D. Dr. Werner Krusche, die herzlichsten Glückwünsche. Weiter v.l.n.r.: Bischof Werner Leich, Christina Schultheiss, Joachim Rogge, Oberkirchenrat Ernst Petzold und Oberkirchenrätin Christa Lewek. (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1982-0825-113 / CC-BY-SA 3.0)
Weitenhagen (PA). Am Dienstag, den 8. Januar 2019, empfahl der Kirchenkreisrat des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK) der Kirchenkreissynode die Aufarbeitung der Regionalgeschichte im Rahmen des Nordkirchen-Projekts „Die DDR-Vergangenheit der Nordkirche“ weiter voranzutreiben.

Der Schaffung einer Projektpfarrstelle dafür war neben Gesprächen - u.a. mit Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit und Oberkirchenrat Mathias Lenz sowie Pastor Dr. Thomas Schaack - ein Synodenbeschluß im März 2017 vorausgegangen. Damals lautete die Entschließung:

„Mit Blick auf die Bruchstückhaftigkeit der eigenen Geschichtsdurchdringung erbitten wir von der Kirchenleitung der Nordkirche im Einvernehmen mit dem KKR und dem Präsidium der Synode des PEK, einer gemeinsamen Sachverständigengruppe den Auftrag zu erteilen, die Geschichte der Evangelischen Landeskirche Greifswald für den Zeitraum von ca. 1970 bis ca. 1990 in gebotener Ausführlichkeit zu erforschen und darzustellen. Der Kirchenkreis stellt Ressourcen dafür zur Verfügung und bittet die Landeskirche um finanzielle Unterstützung.“

Thomas Schaack informierte die Mitglieder des Kirchenkreisrats in diesem Zusammenhang über den aktuellen Stand des Projektes. So wurde u.a. das Konzept in den zurückliegenden Monaten weiterentwickelt. Dafür hatte Schaack im Vorfeld verschiedene Ideen gesammelt und Kontakte zu möglichen Projektpartnern geknüpft. Dazu stellte er klar:

„Die Forschung soll an universitäre Zusammenhänge angedockt werden und keine rein kircheninterne Forschung sein.“ 

Eine positive Resonanz gebe es bereits seitens verschiedener Universitäten. Allerdings seien neben der Projektpfarrstelle auch ein oder zwei Fachkongresse vorgesehen, um die Zielstellung klarer auszurichten und den Forschungsauftrag konkreter zu machen. Auch hier ist eine enge Zusammenarbeit mit den theologischen Fakultäten und den Instituten der Geschichtswissenschaften geplant.

Schaack unterstrich dabei, dass die Synode mit ihrem Beschluß von 2017 deutlich gemacht habe, dass sie sich der Aufarbeitung stellen möchte und neue Blickwinkel eröffnen will. Außerdem ist der Forschungszeitraum zwischen 1970 und 1990 eine Zeit mit den meisten weißen Flecken, auf die sich viele Fragestellungen bezögen. Allerdings seien für diesen Zeitraum auch noch viele Zeitzeugen verfügbar. Der Vorsitzende des Kirchenkreisrats, der pommersche Propst Gerd Panknin (Demmin), bezeichnete angesichts der personellen Herausforderungen der Zukunft den Beschluß als nicht ganz leichte Entscheidung. Der Beschluss unterstreiche jedoch die Bedeutung und die Wichtigkeit dieses Themas. Zwar sei bezüglich der Aufarbeitung der jüngeren pommerschen Kirchengeschichte schon viel geschehen, aber das bisher Geschehene sei noch nicht in dieser umfassenden und auf den Punkt bringenden Art und Weise, wie es die Projektpfarrstelle ermöglichen würde. Gerd Panknin dazu:

„Wir befinden uns auf einem Weg, der noch lange nicht endet und den wir weiter gehen werden.“


Weitere Informationen zum Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis