Samstag, 5. Januar 2019

Tragischer Zwischenfall in Escape Room

9:11 Minuten langer Beitrag im lokalen Sender (Screenshot: Koszalininfo)
Köslin (PA). Tragisches Ende einer Geburtstagsfeier in Köslin, 160 Kilometer nordöstlich von Stettin: Bei einem Abend, der Spaß und Spannung in einem Escape Room in der ehem. Vorstadt versprach, brach plötzlich ein Feuer aus. 

Aktuellen Berichten lokaler Medien zu Folge starben dabei 5 Mädchen im Alter von etwa 15 Jahren am Freitag, den 4. Januar 2019, in einem abgeschlossenen Raum. Gegen 17.00 Uhr soll ein Feuer ausbrochen sein. 4 Minuten nach dem Notruf sei die Kösliner Feuerwehr vor Ort gewesen. Der Tod der Teenager wurde bereits vom polnischen Innenminister, Joachim Brudzinski, gegenüber dem Sender TVN24 bestätigt. Ein weiterer Mann, der nach verschiedenen Angaben ca. 25 Jahre alt sein soll, habe zudem schwere Verbrennungen erlitten. Derzeit werden die Familien der Opfer betreut.

Joachim Brudzinski teilte dazu um 18:51 Uhr über den Kurznachrichtendienst Twitter mit:

"Im Zusammenhang mit der Tragödie in Köslin möchte ich den Familien der Feueropfer mein Mitgefühl und Bedauern aussprechen. Ich habe den Oberbefehlshaber der Staatsfeuerwehr angewiesen, die Brandbekämpfung in allen Einrichtungen dieses Typs im Land einzuleiten."

Ferner wurde bekannt, dass der Kösliner Stadtpräsident, Piotr Jedliński, für Sonntag, den 6. Januar 2018, einen Tag der Trauer angekündigt hat. Er traf sich noch an dem tragischen Freitag gegen 20.30 Uhr bei der Kösliner Feuerwehr zu einer Besprechung. 

Die Brandursache ist derzeit weiterhin unklar. Gegenwärtig kann auch noch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, ob die Jugendlichen Opfer des Feuers oder einer Erstickung geworden sind. Allerdings verdichten sich Hinweise, wonach eine Kohlenmonoxidvergiftung zum Tod der Mädchen führte. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich das Feuer in einem Nebenraum entwickelte. Nach vorläufigen Ergebnissen der Staatsanwaltschaft, soll es in einem Wartezimmer ausgebrochen sein. Dies verhinderte wohl auch, dass Mitarbeiter der Einrichtung den Mädchen Hilfe leisten konnten.

Wie eine Sprecherin der Kösliner Polizei mitgeteilt haben soll, werden zur Zeit Zeugen befragt und der Ort des Unglücks untersucht. Wahrscheinlich ist, dass sich nach diesem tragischen Unglück die Rahmenbedingungen für das Betreiben von Escape Rooms ändern werden. Wie von verschiedenen Medien berichtet wurde, sollen bereits etwa 300 ähnliche Objekte überprüft worden sein. In diesem Zusammenhang ist von etwa 400 festgestellten Unregelmäßigkeiten die Rede. Köslin, die Partnerstadt Neubrandenburgs, dürfte mit ihren etwa 108.000 Einwohnern nach diesem Vorfall unter Schock stehen. Die Bürger drücken derzeit ihre Antelnahme mit Kerzen und schwarzen Bändern aus.

Eine Theateraufführung am Samstag und die Feiern zum "Dreikönigstag" wurden zwischenzeitlich abgesagt. Am Sonntag, den 6. Januar 2019, wird stattdessen um 12.00 Uhr in der Marienkirche, die sich in der Kösliner Altstadt befindet, eine Messe für die Opfer stattfinden. Dabei sollen auch Spenden für die Familien der Opfer gesammelt werden. Im Anschluß werden sich dann die Bürger vor dem Rathaus der Stadt treffen.

Escape Cames sind vor allem als Adventuregames bekannt. Diese können nicht nur virtuell an Computern sondern auch live in Escape Rooms gespielt werden. Kleine Personengruppen werden so beispielsweise beim Live Escape Game gemeinsam in einem Raum eingesperrt. Ihre Aufgabe besteht darin diesen innerhalb einer vorgegebenen Zeit mittels darin versteckten Hinweise und Gegenstände wieder zu verlassen. Üblicherweise dauern die Spiele, beispielsweise bei einem Escape Room in Greifswald, eine Stunde. 

Ergänzungen nach neuen Meldungen (Sonntag, den 6. Januar 2019, 11:30 Uhr) 

Stettin Magazin