Mittwoch, 13. Februar 2019

Erinnerung an die Deportation pommerscher Juden

Die französische Zeitung "Le Temps" berichtete von der Deportation der pommerschen Juden aus Stettin (1940)
Greifswald (PA). Nachdem gestern eine Lesung im Koeppenhaus Greifswald stattfand, wird auch der heutige 13. Februar 2019 ganz im Zeichen der Erinnerung an den Beginn der Deportation pommerscher Juden vor 79 Jahren stehen. 

Um 17.00 Uhr wird es zum Gedenken an die Opfer der Deportation eine Andacht unter der Leitung von Pastorin Dr. Ulrike Streckenbach vom Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis (PEK) in der Annenkapelle der Greifswalder Marienkirche geben. Anschließend soll in der Mühlenstraße 10, am Standort des früheren Gebetsaals der jüdischen Gemeinde, ab 17.30 Uhr ein Gedenkweg zu den Greifswalder Stolpersteinen stattfinden. Dort wird mit in den Boden eingelassenen Gedenktafeln an das Schicksal der Menschen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, vertrieben oder umgekommen sind.

Weitere Informationen zum Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis (PEK)

Zum Hintergrund des Ereignisses berichtet der Blog des Pommersche Greif am 12. Februar 2015 u.a. dass am 12. und 13. Februar 1940 etwa 600 zur Deportation bestimmte Personen aus Stettin, der Rest aus dem übrigen Regierungsbezirk, in Stettin gesammelt und vom dortigen Hauptgüterbahnhof mit der Eisenbahn (bei - 30 Grad) auf die 690 Kilometer lange Strecke nach Lublin geschickt wurden, wo sie am Morgen des 17. Februars 1940 ankamen. Von dort aus soll es dann in die Gettos von Piaski, Belzyce und Glusk gegangen sein. Nach Aussagen des Pommerschen Greif sei es bereits am Tag der Ankunft zur Registrierung von 10 Verstorbenen gekommen, im ersten Monat waren es mehr als 80 Tote. Von den deportierten pommerschen Juden sollen nur zwei nach Deutschland zurückzukehrt sein. Nur sechs Frauen und der Zahnarzt Dr. Erich Mosbach aus Stettin sollen das Lager überlebt haben. (Der Pommerscher Greif e. V. ist ein genealogischer Geschichtsverein.)