Freitag, 8. Februar 2019

Signal gegen Müllproblem in Vorpommern

Ziel: Das Müllproblem mit dem RECUP-Pfandsystem lösen (Foto: RECUP)
Stralsund / Rügen (PA). Am 25. Oktober 2018 berichteten wir bereits in unserem Beitrag "Plastefrei: Coffee to go..." davon, wie man im Alltag als Verbraucher dafür sorgen kann, dass weniger Müll erzeugt wird. Dabei haben wir u.a. Alternativen zum Wegwerf-Kaffeebecher (Einweggeschirr) vorgestellt, die vom RECUP-Becher bis zum persönlichen Thermo-Becher reichen. Nun greift auch das Projekt „Weniger fürs Meer“ den Gedanken auf.

Mit der Initiative wollen die Tourismuszentrale Rügen, der Tourismusverband Rügen, das Biosphärenreservat Südost-Rügen sowie die Hansestadt Stralsund gemeinsam einen Beitrag zum Umwelt- und Heimatschutz an der pommerschen Küste leisten. 

Der zuvor angesprochene RECUP-Becher wird dabei eine wichtige Rolle spielen: Ende Mai 2019 soll in Stralsund und auf der Insel Rügen eine Initiative starten, an der sich nun auch etwa 40 Bäckereien, Großkantinen und Cafés beteiligen. Vorpommern könnte damit bereits zu einer Beispiel-Urlaubsregion für dieses nachhaltige Pfandsystem werden. Das Prinzip ist einfach: Nachdem der Kunde seinen Kaffee im RECUP-Becher erhalten hat, zahlt er ihn mit einem zusätzlichen Becherpfand. Nach dem Genuß des Heißgetränkes unterwegs kann er den Becher bei etwa 70 Partner-Unternehmen wieder zurückgeben und erhält seinen Pfand zurück. Deutschlandweit konnten für das neue Pfandsystem übrigens bereits 2.000 Partner gewonnen werden, die das Pfandsystem inseiner Dichte immer enger werden lassen.

Das das zu lösende Problem gewaltig ist, lassen diese Zahlen erahnen: 2,8 Milliarden Coffee-to-go Pappbecher sollen in Deutschland pro Jahr weggeworfen werden. Das entspräche etwa 320.000 Bechern pro Stunde und 40.000 Tonnen Müll pro Jahr. Auch in unserer regionalen Betrachtung vom 15. Oktober 2018 kamen wir auf große Mengen: So gingen alleine in den zwei größten Cafeterien des Studierendenwerks in Greifswald jährlich rund 48.000 Einweg-Becher (!) über die Theke. Bleibt die Frage, was den RECUP-Becher zu einer Alternative macht? Nun, RECUP-Becher sind bis zu 500 Mal wiederverwendbar, frei von PBA (Bisphenol A) und recyclebar. Dass der Becher aus Polypropylen nur ein erster Schritt in Richtung Nachhaltigkeit sein kann, ist klar! Und neben dem Thema "Kaffee für unterwegs" spüren wir schon die Folgen des Müllproblems an unseren Stränden.

Erst am 11. Januar 2019 berichteten wir von einer Müllsammelaktion am Darßer Weststrand. Auch auf Rügen soll mit solchen geplanten Aktionen und Schulprojekten das Bewusstsein für Nachhaltigkeit weiter gestärkt werden. Vorgesehen ist beispielsweise, dass die Kurverwaltung Baabe zu Ostern 2019 zur Müllsammelaktion „Wandern fürs Meer“ einlädt. Außerdem soll die vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands getragene Selliner Christophorusschule ein Programm konzipieren, bei dem Schüler Strandabfälle wie Luftmatratzen zu Tragetaschen recyceln.


Die „Recup-Becher“ in verschiedenen Größen (Foto: Leonie Aust)

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