Dienstag, 12. März 2019

TV-Tipp: "Auf Rügen sorgt man sich wegen des Brexit..."

Die Heringsverarbeiter auf Rügen blicken mit Sorgen auf den Brexit (Foto: © ZDF/Markus Böhnisch)
Sassnitz (PA). Am Freitag, den 22. März 2019, wird erstmals um 21.00 Uhr auf dem Sender 3sat der Filmstreifen "makro: Good bye, fish and chips" von Markus Böhnisch und Roman Mischel ausgestrahlt. Das Thema dürfte auch unter Rüganern für Interesse sorgen, denn es geht beim Brexit nicht nur um die Fischerei vor Schottland sondern auch um die Fischverarbeitung auf Rügen.

Eigentlich ist die Fischerei nur ein einziger Wirtschaftszweig in Großbritanien. Doch auch hier schlagen die Wellen in Sachen Brexit hoch. Das erklärt sich, wenn man weiß, dass die englischen Fischer zu den stärksten Brexit-Befürwortern gehören.

Sie hoffen auf eine bessere Zukunft ohne die Europäische Union (EU), denn dann würden britische Gewässer zur Sperrzone für den Rest Europas werden. Auch hier schrumpft die heimische Fangflotte und auch hier werden die vorgegebenen Fangquoten als unfair empfunden.

Statistisch werden zudem etwa 60% des Fischs von nicht-britischen Schiffen gefangen. "Nach einem EU-Ausstieg der Insel wäre die halbe Nordsee weg", klagen dagegen die Fischer vom europäischen Kontinent. Das könnte auch zum Preisauftrieb für Hering, Dorsch und Makrele in der Europäischen Union (EU) sorgen. Und umgekehrt? Für Fish 'n' Chips muss der Kabeljau, der sich in den britischen Gewässern rar macht und Hauptbestandteil des beliebten englischen Nationalgerichts, künftig aus der EU importiert werden. 

Das der Brexit auch auf der Insel Rügen mit gemischten Gefühlen beobachtet wird, hat natürlich auch einen Grund: Das größte deutsche Herings-Verarbeitungsunternehmen hat seinen Sitz in Mukran, südlich von Sassnitz. Die Firma Euro-Baltic bezieht vor allem ihren Fisch aus schottischen Küstengewässern. Das sind 40.000 Tonnen Fisch jährlich und damit etwa 80% der Heringe, die in dem Werk auf der Insel Rügen verarbeitet werden. Vom Brexit betroffen wären daneben auch drei holländische Fang- und Verarbeitungsschiffe, die ihren Sitz in Sassnitz haben, sowie zwei größere Kutter der Erzeugergemeinschaft Nord- und Ostsee.

In dem Beitrag kommt auch Werner Kuhn (CDU) zu Wort. Er ist Mitglied im Fischereiausschuss des Europäischen Parlaments und gab kürzlich zu bedenken, dass die Europäische Union (EU) fünfmal so viel Fisch aus britischen Gewässern anlandet, wie die Briten dies aus den anderen EU-Gewässern tun. Werner Kuhn tritt als CDU-Spitzenkandidat in unserem Land an.

"Good bye, fish and chips?": Werner Kuhn in Parlamentssaal. (Foto: © ZDF/Markus Böhnisch)