Mittwoch, 24. April 2019

Bürger sorgen sich um ärztliche Versorgung

Die medizinische Versorgung beginnt mit dem Hausarzt in der Nähe
Stralsund (PA). Wie kann die medizinische Gesundheitsversorgung in Vorpommern gesichert werden? Diese Frage stellen sich derzeit viele angesichts der Tatsache, dass immer mehr Fach- und Hausärzte in den Ruhestand gehen.

Etwa 250 Ärzte werden in den kommenden Jahren in unserem Bundesland in den Ruhestand gehen. Das Problem: Die Übergabe der Praxen in jüngere Hände. Wenn das nicht gelingt, wachsen auch die Entfernungen, um eine medizinische Versorgung sicherzustellen. Ein Problem, dem sich die "Bürger für Vorpommern-Rügen" in der Zukunft stellen wollen. Schließlich beginnt alles im ländlichen Raum mit einer hausärztlichen Grundversorgung. Mathias Lötge treibt aber noch das Thema der fachärztlichen Versorgung um:

„Spezialisierte Behandlungsangebote müssen für die Bürgerinnen und Bürger in angemessener Zeit erreichbar sein. Zugleich muss für die Menschen die Teilhabe am medizinischen Fortschritt gewährleistet sein.“

Um das jedoch zu gewährleistem, dürfte es zu keinen weiteren Einschränkungen oder Einschnitten kommen. Und das ist fraglich angesichts des demografischen Wandels. Hier kommen in den nächsten Jahren erheblichen Herausforderungen auf die Kommunalpolitik zu, dem sich auch die "Bürger für Vorpommern-Rügen" stellen müssen, betont Thomas Knopp. In Städten wie Ribnitz-Damgarten, Barth und Grimmen oder auf der Insel Rügen geht es dabei nicht nur um den Erhalt der Facharztpraxen sondern auch um die Gewährleistung der Existenz aller bestehenden Krankenhäuser mit ihren medizinischen Leistungsangeboten und angeschlossenen Einrichtungen. Und dazu gehöre eben auch ein leistungsstarker und effizienter Rettungsdienst, der innerhalb kürzester Einsatzzeiten bei allen Patienten und Verunfallten sei, meint Mario Galepp.

Von dem sich abzeichnenden Ärztemangel ist dabei nicht nur das pommersche Festland betroffen. Wie die "Bürger für Vorpommern-Rügen" feststellten, benötigt mehr als ein Drittel der Patienten allein für die Hin- und Rückfahrt zu einem Arzt mit dem öffentlichen Personennahverkehr etwa zwei Stunden. Und bei 20 Prozent sind es sogar jetzt schon vier Stunden oder mehr. Die Ursache dafür liegt u.a. jetzt schon in den Entfernung zu Städten, die über eine entsprechende medizinische Versorgung verfügen. Statitisch haben 90% dabei etwa 25 Kilometer zurückzulegen. Um die dafür benötigte Zeit zu verkürzen, komme es auch auf einen gut getakteten öffentliche Verkehrsmittel - wie Bus und Bahn - an. Die Weichen dafür könnten bereits im Landkreis Vorpommern-Rügen gestellt werden.

Darum ist es wichtig, sich den Alltagssorgen der Bürger endlich anzunehmen und um Lösungen zu ringen, die auch spürbare Verbesserungen für jeden Einzelnen bringen. Alleine das Warten auf einen Facharzttermin, dürfte für viele eine Ahnung wecken, wie es um die gesundheitliche Versorgung derzeit bestellt ist. Die Zukunftsfähigkeit des Landkreises Vorpommern-Rügen und damit die Frage, ob man hier leben und arbeiten kann, hängt jedoch von den gegebenen Rahmenbedingen ab: Dabei geht es für die Bürger eben nicht nur um die Kindertagesstätte oder die Schule sondern auch um den Hausarzt!