Montag, 1. April 2019

"Königsweg" droht zur Sackgasse zu werden

Der Königsstuhl. Hier soll eine Schwebebrücke mit dem Namen "Königsweg" errichtet werden
Sassnitz (SAS). Wie in der vergangen Woche bekannt wurde, erwägt der spanische Landkreis Guadalbeta eine Unterlassung gegen die Stadt Sassnitz. Hintergrund soll die Bezeichnung "Königsweg" für die geplante Schwebebrücke über dem Königsstuhl sein.

Der spanische Landkreis sieht eine Verwechslungsgefahr mit dem "Königsweg", einem etwa 3 Kilometer langen Klettersteig  in der Nähe von Álora in der Provinz Málaga im Süden Spaniens, als gegeben. Der "Königsweg", der seit 2015 ein offizieller Wanderweg ist, führt an steilen Felswänden und hunderte Meter tiefen Schluchten entlang und wird international in verschiedenen Sprachen beworben.

Bezüglich der langen Tradition und des Bezuges zum König  König Alfonso XIII., der am 21. Mai 1921 selbst zur Einweihung des spanischen "Königsweges" kam, werden die Aussichten auf eine Unterlassung in Andalusien als vielversprechend angesehen. Damit droht der auch als "Klodeckel" verspotteten geplanten Schwebebrücke am Königsstuhl wohl weiterer Ungemach. Bereits im letzten Jahr hatte die Bürgerinitiative "Rügen - Rette Deine Insel" mit einem Bürgerbegehren gegen den aus ihrer Sicht massiven Eingriff in die Natur mobil gemacht. Der Bürgerentscheid konnte nur noch durch die obere Rechtsaufsichtsbehörde des Landes gestoppt werden. Daraufhin erklärten mehrere Bürgerinitiativen der Insel Rügen die „Causa Königsstuhl“ zum Lackmus-Test über die Möglichkeiten der Mitbestimmung in unserem Land und die Glaubwürdigkeit der Politik in Sassnitz und auf Rügen.