Mittwoch, 17. April 2019

Wahlalternative startet auch auf dem Festland durch

Mario Galepp, Mathias Löttge, Thomas Knopp und Steffen Ulrich (Foto: S. Ulrich)
Barth (PA). Die erst im Frühjahr 2019 gegründeten "Bürger für Vorpommern-Rügen" haben in den letzten Wochen und Monaten viele Mitstreiter gewinnen können. Sie kommen aus den verschiedensten Berufsgruppen, aus Bürgerinitiativen, sind ehrenamtlich in Vereinen tätig oder verfügen sogar über kommunalpolitische Erfahrung. Was sie eint? Der Wille etwas zu ändern!

Der Wille etwas zu ändern dürfte auch für den bodenständigen Rüganer Steffen Ulrich einer der Gründe gewesen sein, um im letzten Jahr bei der Wahl des Landrats für Vorpommern-Rügen in das Rennen zu gehen. Und: Zur Überraschung vieler Parteistrategen bekam er damals von der Mehrheit der Rüganer, die zur Wahl gegangen waren, das Vertrauen an den Wahlurnen. Doch nicht nur auf der Insel, auch auf dem pommerschen Festland konnte er 2018 punkten. Und dies erklärt vielleicht auch, dass die von ihm mit aus der Taufe gehobenen "Bürger für Vorpommern-Rügen" nun auch hier regen Zulauf haben.

So schlossen sich im Frühjahr diesen Jahres auch Bürgerinnen und Bürger an, die bereits über kommunalpolitische Erfahrung verfügen und vor Ort keine Unbekannten sein dürften: Mathias Löttge (61), der lange Zeit Barther Bürgermeister war, ist einer von ihnen. Ein weiterer Mitstreiter Steffen Ulrichs ist der Vorsitzende des Barther Heimatvereins, Mario Galepp (45). Zu ihnen gehört desweiteren Thomas Knopp (54) aus Wustrow, der u.a. durch seine ehrenamtliche Arbeit im Verein und in der Gemeindevertretung des Ostseebades ein vertrauter Name ist. Auch südöstlich von Ribnitz-Damgarten blieb der Ruf der "Bürger für Vorpommern-Rügen" nicht ungehört. Hier schloß sich u.a. Sandra Boy (41), Bürgermeisterin von Deyelsdorf, der Wahlalternative an.

Ihr Motto? "Gemeinwohl vor Eigennutz!" Und das dies mehr als Programm ist, machen sie auch in persönlichen Gesprächen immer wieder deutlich. Denn: Von Fraktionszwang und politischen Grabenkämpfen halten sie nichts. Stattdessen haben die Kandidaten für den Kreistag Vorpommern-Rügen einen breiteren Konsens gesetzt: Ihnen geht es um das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger. Um dafür die richtigen Entscheidungen zu treffen, baut man auf Vernunft, Fachkompetenz und Sachverstand. Das klingt schon fast zu einfach, aber ist es das auch? Sicher nicht, denn das es viele Probleme gibt, blenden die Kandidaten auf dem pommerschen Festland keineswegs aus. Während es auf der Insel Rügen in den letzten Monaten u.a. um den Erhalt des Landschaftsbildes ging und man darum massive Eingriffe, wie Baumfällungen, Windparks oder den Bau einer Schwebebrücke am Königsstuhl ablehnte, rückt man hier vor allem wirtschafliche Themen in den Vordergrund.

Wie bekommt man im Landkreis eine zukunftsfähige Infrastruktur auf die Beine? Dabei geht es schließlich nicht nur um Straße und Schiene (Stichwort: Darßbahn), sondern auch um schnelles Internet. Zudem steht der öffentlichen Personennahverkehr bei den Bürgern in der Kritik. Und angesichts des zunehmenden Alters der Bevölkerung im ländlichen Raum spielt die gesundheitliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle. Zudem macht man sich in Bezug auf die kommunalen Finanzen bei den "Bürgern für Vorpommern-Rügen" so seine eigenen Gedanken. Schließlich ist die Grundlage für eine Entwicklung der Städte und Gemeinden, dass die Abwanderung der letzten Jahrzehnte gestoppt und vielleicht in Teilen des Landkreises  sogar umgekehrt werden kann. Dafür allerdings müssen auch die familienfreundlichen Rahmenbedingungen stimmen: Kindertagestätten, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten, bezahlbarer und altersgerechter Wohnraum - das sind die Themen, die die Bürger bewegen. Und die Feuerwehren? Auch hier fehlt es oft an Geld. Aber an der Sicherheit der Bürger sparen? Nein.

Eines wird auch beim Lesen des Wahlprogrammes der "Bürger für Vorpommern-Rügen" deutlich. Wie Mathias Löttge, Thomas Knopp und Mario Galepp kommen vieler der Kandidaten der Kandidaten aus dem ländlichen Raum. Man kennt sich und die Probleme vor Ort. Gemeinschaft ist hier noch ein hohes Gut, das oft auf die Probe gestellt wird, wenn "Not am Mann" ist. Nach 30 Jahren wirtschaftlichem und politischem Umbruch und Gemeindegebietsreformen mangelt es nicht an Herausforderungen im Alltag. Für viele sicher ein Grund sich der Verantwortung für ihre Heimat zu stellen und um die besten Antworten auf die Fragen der Zukunft zu ringen. Auf Plakaten der Wahlaternative grüßt deshalb wohl auch die pommersche Farbe "blau".

Weitere Informationen zu den "Bürgern für Vorpommern-Rügen"