Donnerstag, 9. Mai 2019

Fragwürdige Anlage für tausende Hühner geplant


Stralsund (PA). Eine offensichtlich bei Bobbin geplante Legehennen-Anlage, die nach Kenntnis der Bündnisgrünen Fraktion des Kreistages Vorpommern-Rügen für 12.000 Hühner ausgelegt werden soll, sorgt für eine Anfrage Prof. Dr. Ludwig Wetenkamps an den Landrat Dr. Stefan Kerth (SPD). 

Nachgefragt wird dabei, ob der Landrat Kenntnis über Art und Umfang der Legehennen-Anlage hat und wenn ja, in welchem Zusammenhang Dr. Stefan Kerth davon erfahren hätte. Ferner wird im weiterführenden Fragen-Komplex die Nähe eines angrenzenden Fließgewässers und des Nationalparks thematisiert sowie die Überplanung eines Bodendenkmals durch den Betrieb der Legehennenanlage angesprochen.

Auf Nachfrage teilte das bündnisgrüne Mitglied des Umweltausschusses, Dirk Niehaus, dazu mit, dass die Fläche lange Zeit bio-zertifiziert gewesen wäre und der jetzige Betreiber den landwirtschaftlichen Betrieb seit 3 Jahren auf eine konventionelle Bewirtschaftung umgestellt habe. Niehaus erklärte dazu auch:

"Die Legehennen-Anlage bedeutet demnach durch den hohen Besatz auf der bachnahen Fläche eine erneute Verschlechterung der Bodenqualität."

Der Unterschied zu modernen und zukunftsweisenden Legehennenanlagen im Bio-Betrieb sei wesentlich. So werden diese mit Mobilställen und kleineren Einheiten betrieben. Auch der Emmissionsdruck sei deutlich geringer.       

Bei Legehennen-Anlagen die für etwa 12.000 Hühner geplant waren, wurden in der Vergangenheit im Vorfeld von Genehmigungen u.a. Fragen zum Hühnerkot bzw. zu Versickerungen von Kotauswaschungen, dem Geräuschpegel und den Geruchsbelästigungen thematisiert. Statistisch lag die Legeleistung der Legehennen in solchen Anlagen beispielsweise bei jährlich 270 Eiern bzw. einer Gesamtmenge von 3,24 Mio. Eiern pro Jahr.