Freitag, 24. Mai 2019

"Für unsere Menschen da sein..."

Immer wieder im Landkreis unterwegs: Steffen Ulrich
Am Sonntag, den 26. Mai 2019, werden bei den Kommunalwahlen nicht nur die Stadt- und Gemeindevertretungen sondern auch der Kreistag unseres Landkreises Vorpommern-Rügen gewählt. Wir sprachen im Vorfeld mit dem Rüganer Steffen Ulrich, der zu den Mitbegründern der Wahlalternative "Bürger für Vorpommern-Rügen" zählt und diese auf der Insel in den Wahlkampf geführt hat.

Steffen, Du bist Rüganer, hast zwei Kinder, bist in Saßnitz zur Schule und in die Lehre gegangen, hast später eine Verwaltungslaufbahn eingeschlagen... Was hatte Dich dazu bewogen, ohne Parteibuch als Kandidat zur Landratswahl im letzten Jahr anzutreten?
Steffen Ulrich: "Ich wollte und will nach wie vor für unsere Menschen da sein! Viele von ihnen sind bodenständig und lieben ihre Heimat! Gemeinsam mit dem Kreistag, den Verwaltungsmitarbeitern, den Kommunen und Partnern wollte ich als Landrat dafür sorgen, dass diese Menschen in in unserem Landkreis bleiben, neue hinzukommen und sich alle auf Dauer wohlfühlen. Sie haben es verdient."
Nun hast Du zur bevorstehenden Kommunalwahl am kommenden Sonntag bereits im Frühjahr 2019 Mitstreiter um Dich gesammelt und mit Ihnen gemeinsam die Wahlalternative "Bürger für Vorpommern-Rügen" gegründet. Wie kam es zur Gründung der "Bürger für Vorpommern-Rügen" und wer sind Deine Mitstreiter?
Steffen Ulrich: "Ich habe nach der Landratswahl und diesem tollen Ergebnis offengelassen, wie ich mich in Zukunft weiter für meine Heimat einbringe. Die Idee der Gründung einer Wählergruppe entstand nach einigen sehr guten Gesprächen, die ich u.a. mit Siegbert Geitz und Jörg Burwitz führte. Kennengelernt hatte ich die beiden Vorsitzende von Bürgerinitiativen aus Gingst bzw. Lohme allerdings noch während meines Landratswahlkampfes, weil sie auch zum Kreise derer gehörten, die damals die Kandidaten zur Vorstellung ihrer Ideen eingeladen hatten. Und später, am 18. Januar 2019, haben wir dann mit 9 Gründungsmitgliedern das Fundament für die neue Wählergruppe gelegt. In der Folge wuchsen die Mitgliederzahlen bis heute auf 39 Mitstreiter an. Einige von uns verfügen bereits über Erfahrungen in den Bürgervertretungen der Städte und Gemeinden. Und ehrenamtlich engagiert sich die Mehrzahl unserer Mitglieder in Vereinen und Verbänden. So ist z.B. Mario Galepp aus Barth Vorsitzender des Heimatverbandes und stellevertretender Stadtpräsident, Hans-Joachim Fetting aus Altefähr seit 20 Jahren in der Gemeindevertretung...
Welche Probleme seht ihr in den Städten und Gemeinden unseres Landkreises Vorpommern-Rügen? Und: Welche Lösungsansätze konntet ihr bereits erarbeiten?
Steffen Ulrich: Wir haben für die Kommunalwahl ein 5-Punkte-Programm aufgestellt. Auf einige Punkte möchte ich näher eingehen. So wollen wir unsere Bürger für die Bewahrung der Natur und des Landschaftsbildes unserer Heimat sensibilisieren, weil sie nicht nur ein Stück weit unserer Identität darstellen sondern auch ein Alleinstellungsmerkmal für den Tourismus bilden. Traditionelles als Potenzial zu erkennen und zu bewahren, ist uns wichtig. Dies ist einer der Gründe, weshalb wir auch gegen die Überbauung des Königsstuhls, eines Naturdenkmals, durch eine Schwebebrücke sind und für die Erneuerung des Abstiegs kämpfen. Die Gemeinden zu stärken, heißt für uns, das Ortsbild in den Städten und Dörfern zu erhalten und zu verschönern sowie die Lebensqualität vor Ort zu verbessern. Dazu gehören nicht nur familienfreundlichen Rahmenbedingungen - wie Schulen, die Kindertagesstätten oder Hortplätze - sondern auch Senioreneinrichtungen oder die oftmals fehlenden Einkaufsmöglichkeiten in einigen Stadtteilen und auf dem Land. Wenn die Vielzahl der Städte und Gemeinden gut aufgestellt sind, dann kann davon auch der Landkreis erheblich profitieren. Dazu gehört aber auch, dass eine gerechte Verteilung der Steuereinnahmen zwischen Bund, Land sowie Städten und Gemeinden stattfindet, damit neben Pflicht- auch freiwillige Aufgaben - wie die Unterstützung von Vereinen, die u.a. Jugendarbeit machen - möglich wird. Derzeit stellt das Land die kommunale Selbstverwaltung in Frage. Das muss sich zu Lasten des Landes ändern. Denn wir müssen wieder mehr "FÜR UNSERE MENSCHEN DA SEIN". Diesen Punkt aus meinem Programm zur Landratswahl teilen auch meine Mitstreiter. Wir wollen weniger Zentraliserung der Verwaltung und stattdessen eine Vor-Ort-Verwaltung, also „Kleine Landratsämter“ in Bergen, Ribnitz-Damgarten und Grimmen. Der Bürgerservice muß dabei in Bezug auf Leistung und Öffnungszeiten auf die Bedürfnisse der Menschen zugeschnitten sein. Unsere Lehreinrichtungen, Lehrer und Schüler an den Schulen im Landkreis brauchen zudem langfristige Perspektiven, weil andernfalls auch die Städte- und Gemeinden in ihrer Entwicklung leiden. Und: Wir wollen zukünftige Fachkräfte für unsere lokale Wirtschaft sichern und sind dafür auch bereit die Entwicklung neuer Lehrberufe zu unterstützen.
Nun tretet Ihr unter dem Motto "Gemeinwohl statt Eigennutz" an. Was bedeutet dieses Motto für Dich?
Steffen Ulrich: Ich denke, viele von uns kennen Beispiele, wo einzelne Interessen stärker gewichtet wurden, als die Interessen aller. Wir sind den Menschen in den den Städten und Gemeinden verpflichtet - niemanden sonst! Das sich Abwägungen als schwierig gestalten können und Themen emotional aufgeladen werden, ist - wie bei der Schwebebrücke, dem Bauen im Außenbereich oder dem Bau von Windparks - normal. Wir müssen uns aber immer zuerst die Frage stellen, nützt es den Menschen vor Ort und wie sehen die Folgen für unsere Kinder und Kindeskinder aus. Auch ihnen gegenüber stehen wir bereits heute in der Pflicht. Darum müssen wir mit Verantwortung und Augenmaß handeln.
Wie wir gesehen haben, führst Du die "Bürger für Vorpommern-Rügen" auf der Insel Rügen in die Kreistagswahlen am kommenden Sonntag. Gibt es neben Euren Kreistagskandidaten auch weitere Mitstreiter der "Bürger für Vorpommern-Rügen", die zur Wahl in die Stadt- und Gemeindevertretungen antreten? Und wenn ja, wo treten diese an?
Steffen Ulrich: Neben unseren 14 Kandidaten, die als "Bürger für Vorpommern-Rügen" in 10 Wahlbereichen zur Wahl des Kreistages antreten, hat unsere Wählergruppe auch Kandidaten für die Stadt- und Gemeindevertretungen aufgestellt. Die treten in Altenkrichen, Buschvitz, Parchtitz, Sehlen und Saßnitz an. Bei den Wahlen von ehrenamtlichen Bürgermeistern treten außerdem Gerold Thurow in Parchtitz, Stine Winter in Buschvitz und Sandra Boy in Deyelsdorf bei Grimmen an. Ich möchte allerdings an dieser Stelle auch allen mit uns befreundeten Wählergruppen und -initiativen viel Erfolg bei der Wahl zu den Gemeindevertretungen wünschen. Und ich möchte mich so kurz vor der Wahl bei allen Mitstreitern und Unterstützern der "Bürger für Vorpommern-Rügen"  bedanken. Sie haben viel Zeit geopfert, um etwas zu verändern. 

Steffen Ulrich vor Ort: "FÜR UNSERE MENSCHEN DA SEIN"