Sonntag, 30. Juni 2019

Warum die AfD diesen Blick nicht genießen konnte...

Blick aus dem "Radison Blu" zur Stettiner Jakobi-Kirche
Stettin (PA). Das "Radison Blu" gehört zu den beliebtesten Adressen für Deutsche in Stettin. Es verfügt über eine eigene Tiefgarage, die Lobby ist von hier direkt erreichbar, morgens gibt es eine deutsche Tageszeitung - und: Auch die Torten um die Ecke - beim Café Europa" - erfreuen sich großer Beliebtheit. Zudem ist die Oder-Metropole auch nur einen "Katzensprung" von Berlin entfernt. Wer  dazu ein wenig Kultur liebt, braucht auch nicht lange, um zur neuen Stettiner Philharmonie zu kommen oder kann am Ufer der Oder an der Hakentereasse "prominieren". 

Kein Wunder also, wenn auch Politiker aus dem Deutschen Bundestag mal einen Ausflug unternehmen. Doch dabei dürfte entscheidend sein, welcher Partei man angehört. Die Alternative für Deutschland (AfD) hat zumindestens - wie örtliche Medien berichten - kein sonderliches Glück gehabt. Eine an diesem Wochenende an der Oder angesetzte Klausurtagung der AfD-Bundestagsfraktion, die am Freitag um 19.00 Uhr beginnen sollte, ist buchstäblich "ins Wasser gefallen".
Die Stettiner Philharmonie ist nur unweit des "Radison Blu"
Immerhin ist die für etwa 90 Abgeordnete geplante Veranstaltung, für die sich etwa 70 AfD-Politiker im Vorfeld angemeldet haben - wie jetzt zu erfahren war - in letzter Minute storniert worden. Dies war für die Partei, die generell Schwierigkeiten hat, geeignete Veranstaltungsräume zu finden, offensichtlich unerwartet gewesen. Die in deutschen Medien mit einem "Stromausfall" begründete Stornierung, fand in örtlichen Medien keinerlei Erwähnung. Wie ein weiteres lokales Medium berichtete, waren stattdessen Proteste gegen die AfD in Stettin geplant.

Laut "Radio Stettin" sollen neben dem Veranstaltungsraum auch die Zimmer storniert worden sein. Die Partei, die erst im vergangenen Jahr als stärkste Oppositionspartei in den Bundestag eingezogen ist, soll einen fünfstelligen Betrag - u.a. ist von etwa 70.000,- EUR die Rede - zuvor für das Treffen in Stettin ausgegeben haben. Nach dem Scheitern, so der Radiosender weiter, kündigte man nun bereits rechtliche Schritte seitens der Partei gegen das Stettiner "Radison Blu" an. Die AfD war - wie es zudem heißt - gezwungen, ihre Versammlung in Berlin durchzuführen. 

So hätte der Tag in der Bar des "Radison Blu" ausklingen können