Freitag, 12. Juli 2019

Der Bugskam und was darüber erzählt wird...

Postkarten-Motiv vom Bugskam aus dem Göhrener Foto-Haus Bitterling
Rügen (PA). Zu den eher ungewöhnlichen Erscheinungen, die uns am Strand des Ostseebades Göhren auf der Halbinsel Mönchgut begegnen, gehört sicher der Bugskam, der auch Buskam, Buskamen oder Buskam genannt wird. Ein paar hundert Meter vom Steilufer entfernt, bietet er bis heute zahlreiche Überlieferungen zu seiner Geschichte an. Daneben gibt es auch ein lange populäres Postkarten-Motiv aus dem ehemaligen Foto-Haus Bitterling...

Doch nun zum Gottesstein, wie der Bugskam auch genannt wird: Er soll der größte Findling in Norddeutschland sein. Ob es stimmt? Wer weiß das schon? Immerhin kann man auf ihm spazieren gehen. Aber: Die Größenangaben selbst variieren, wie die Geschichten, die man über ihn zu erzählen vermag. Und ganz ähnlich ist es mit seinem Namen und dessen Bedeutung.

In alten Unterlagen ist, wie bereits beschrieben, vom Bugskam die Rede. Er wird u.a. als Gottesstein bezeichnet. Ob er eine heidnische Opferstelle war, ist ebenfalls unklar. Die Annahme stützt sich - wie bei vielen anderen Findlingen der Insel - auf die näpfchenförmigen Vertiefungen auf dessen Oberfläche. Das regte wohl bereits die Vorstellungen in früheren Zeiten an. 

Jedenfalls wurde immer wieder die Bedeutung des Steins für die Mönchguter betont. Dies klingt verständlich, wenn man erfährt, dass Göhrener Brautpaare nach der Trauung mit ihren Hochzeitsgästen zum Strand liefen, um in ihren Booten zum Bugskam hinüber zu rudern. Hier sollen sie dann einen Reigen getanzt haben. So jedenfalls die Überlieferung.

Verschiedene Landkarten, verschiedene Schreibweisen: Der Bugskam.
Wenn man dieser glauben mag, wird der Bugskam am Johannistag, also am 24. Juni des Jahres, von Meerjungfrauen zu einer besonderen Stunde aufgesucht. Der Legende nach sei diese zwischen elf und zwölf Uhr - um die Mittagszeit. Dann würden die Meerjungfrauen bei ruhiger See auftauchen, um sich mit Speisen in ihren zinnernen Schüsseln auf dem Rand des Steins niederzulassen. 

Nachdem sie ihr Mahl eingenommen haben, sollen sie auf dem Felsbuckel lustige Spiele und Tänze aufführen. Wer zur gleichen Stunde geboren wurde, kann dieses Treiben sogar beobachten. Doch wehe dem, der dabei von den Meerjungfrauen erspäht wird. Sie locken ihn an und ziehen ihn später mit in die Tiefe. Denn: Um zwölf Uhr versinken sie wieder in ihrem Wasserreich und nehmen alles mit sich fort. Der Bugskam aber bleibt so, als sei nichts passiert.

Es gibt natürlich auch Stimmen, welche behaupten, dass Adebar die Kinder, die er den Müttern bescheert, aus dem Inneren des Gottessteines ans Licht befördert. Andere behaupten, der Herr der Hölle triebe dort sein Unwesen und schrecke auch vor dem Gottesstein nicht zurück. Er soll den Hexen an der See diesen Platz als Treffpunkt angewiesen haben.

In der Walpurgisnacht, der Nacht zum 1. Mai sollen sie, so der Glaube, auf Besen durch die Lüfte reiten und dem Dämon mit höllischen Tänzen auf dem Gottesstein huldigen. Und: Egal, ob man dies glaubt oder nicht... Der Bugskam ist legendenreich und sagenumwoben seit unsere heidnischen Vorfahren hier ihre Götzenopfer erbrachten (oder auch nicht...)  

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