Mittwoch, 31. Juli 2019

"Nix geht mehr..."

Gestern bei Mukran, heute bei Zirkow...
Liebe Rüganer!
Wenn es so etwas, wie einen ökologischen Fußabdruck wirklich gäbe: Wir gingen wohl in "zu großen" Schuhen. Und: "Auf Rügen stehen die Räder still, wenn das Wetter es so will." Denn eines ist jedem Rüganer klar: Bei Sonnenschein muss man als Urlauber an den Strand, bei wolkenbedecktem Himmel erkundet man die Insel. Dumm nur, wenn die "Rush our" (die Feierabendzeit der Rüganer) ausgerechnet auf den Erkundungswillen der Urlauber trifft.

Das jedenfalls könnte gestern der Fall gewesen sein, als der Weg viele in Richtung Saßnitz trieb - die Heimkehrer und die Entdecker. Heute, der Himmel war diesig und weit entfernt vom Strandwetter, trieb es die Urlauber dagegen in Richtung "Karls Erlebnis-Dorf"... Der Stau war gigantisch und zeitweise sprach man sogar im Radio(!) von einigen Kilometern. Wer es dennoch bis Bergen schaffte, musste sich gut überlegen, wo er entlang fährt...

...im Seitenblick: Nanu, was is denn da passiert?
Überhaupt: Bergen. Schon im letzten Jahr überzeugte das städtische Verkehrskonzept alle, die auf die Insel fuhren, um "Entschleunigung" zu erfahren. Für Rüganer ist dies jedoch längst Teil der "gelebten Lebensqualität" geworden. Nach den langjährigen Baumaßnahmen zwischen Bergen und Ralswiek meinte man ja sogar im Straßenbauamt, dass die getroffenen Entscheidungen nirgendwo besser funktionieren würden, wie auf der Insel. Die Rüganer sind zweifellos für diese Segnungen cleverer Plan-Wirtschaft voll des Dankes!

Wer heute (von einem Ende der ehemaligen Kreisstadt) Freunde und Bekannte (im anderen Teil der ehemaligen Kreisstadt) besuchen möchte, sollte aber auch auf seinen ökologischen Reifen(ab)druck achten. Anstatt sich stundenlang durch den Stau der Innenstadt zu quälen (und Abgase ohne Fortbewegung zu produzieren), könnte er seine Kinder zu einer "Spritztour" einladen, die keineswegs "voll langweilig" wäre. Über Samtens (der Schnellstraßenplanung "B96n" sei Dank!) ginge es dann über Teschenhagen nach Bergen-Süd. Und wenn die Kinder nach "Mäckes" schreien? Zeitlich ist das kein Problem. Ob bei "Mc Drive" oder bei "Mc Café" - man ist trotzdem noch schneller als durch die Innenstadt von Bergen.

Die Kunst der "Schleichwege" beherrschen Rüganer bis zur Perfektion...
Auf Rügen ist schließlich alles eine Frage des Zeit-Managements. Wer sich mit Freunden verabredet, sollte dazu einfach die Parkplätze an den Supermärkten nutzen, die sich entlang des Staus reihen. Denn gegenseitige Besuche dürften ja eh an den zeitlichen Absprachen scheitern und im Stau trifft sich nun mal "die ganze" Insel. Ach ja, bliebe noch das Thema "Politik"... 

Wie konsequent hier zu Ende gedacht wurde, sieht man an den "Parallel-Universen", die entstanden sind. Die Kreisstraßen laufen parallel zu den Landesstraßen (Landverbrauch spielt keine Rolle in einem Land, das gerne mal "nachverdichtet" und dafür die Natur einfach weiter schleift). Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Aber letztlich ist ja alles eine Frage des Geldes! Und das zahlt ja der Bürger! (Gottt sei Dank! Denn auch für Politiker gilt: "Nichts ist leichter, als das Geld fremder Leute auszugeben"). Nun machen sie eben erneut die Geldbörse der Bürger auf, um noch einmal tüchtig (diesmal für eine "CO2 - Steuer")  hinein zu greifen. Das wäre gar nicht so schlecht, könnte man meinen. Ja, wenn es eine Zweckbindung gebe... Zweckbindung?

Aber die kennen wir ja noch seit dem Kaiserreich! Bis heute schlürft "Vater Staat" mit, wenn die Korken der Sektflaschen knallen. Eingeführt wurde die Steuer einst, um die kaiserliche Marine wehrfähig zu bekommen, später um dem dritten Reich eine U-Boot-Flotte zu gönnen. Gut, davon kann die Bundeswehr heute nur träumen (trotz Steuer!). Sie ist froh, wenn Fahrzeuge rollen, Schiffe schwimmen oder Flugzeuge fliegen. Wir sind bei den Selbstverständlichkeiten angekommen, darum: Die Bundeswehr hätte, wie Klaus Ender treffend formulierte, heute den Friedensnobelpreis verdient. Ihre Gegner besiegt sie (und auch das ist neu), in dem sich diese über die Bundeswehr totlachen. Ja, mit den "Deutschen" und ihren "pfiffigen Ideen" ist eben immer noch zu rechnen. - Aber: Das ist eine andere Geschichte...

Eine staufreie Woche wünscht
Hans Hegel

In Bergen führen die Abkürzungen zm anderen Stadtende über Samtens...
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