Dienstag, 20. August 2019

Die Geschichte der ersten pommerschen Karte

Flyer-Ausschnitt zur Sonderausstellung "Eilhard Lubin - Unbekannte Wege" (Quelle: Kaffemühle Wolgst)
Wolgast (PA). Noch bis zum Donnerstag, den 31. Oktober 2019, ist die Sonderausstellung "Eilhard Lubin - Unbekannte Wege" in der Kaffeemühle Wolgast (Rathausplatz 6) zu sehen. Sie widmet sich inhaltlich der Ertstellung der ersten pommerschen Karte durch den Rostocker Professor Eilhard Lubin (1565-1621).

Die heute noch beeindruckende Karte von Rügen und dem pommerschen Herzogtum besticht vor allem durch die Genauigkeit und künstlerische Qualität ihrer Darstellung. Sie entstand zwischen 1610 und 1618. Ihre Entwicklung kam übrigens durch einen Auftrag des pommerschen Herzogs Philipp II. (1573-1618) zu Stande.

Der an mehreren deutschen Universitäten ausgebildete und kunstinteressierte Herzog von Pommern-Stettin wußte um den Nutzen einer kartographischen Landesaufnahme seines Herrschaftsgebietes. Allerdings waren alle bis dahin geschaffenen Karten ungenau und galten als fehlerhaft. Darum verfolgte Philipp II. neben der Erstellung einer pommerschen Chronik auch die Darstellung Pommerns durch eine genaue Landkarte. Den Auftrag dazu erteilte er dem vorab erwähnten und an der Universität Rostock lehrenden Mathematiker und Geographen Eilhard Lubinus. Dieser hatte bereits zuvor (1609) sein erstes kartografisches Werk (eine Karte Rügens!) im Auftrag des pommerschen Herzogs fertiggestellt.
Der "Lubinsche Karte"
Leider erlebte Philipp II. die Fertigstellung der von ihm in Auftrag gegebenen pommerschen Landkarte nicht mehr - er starb am 3. Februar des Jahres 1618. Erst im November 1618 konnte Professor Eilhard Lubin erste Exemplare seiner Karte - die heute "Lubinsche Karte" oder auch "Große Lubinsche Karte" genannt wird - im Schloß Wolgast an den pommerschen Herzog Philipp Julius überreichen. Weitere gedruckte Exemplare kamen später nach Stettin, wo eine Übergabe an den Herzog Franz erfolgte.

Die Ausstellung "Eilhard Lubin - Unbekannte Wege" würdigt die Entstehung der ersten pommerschen Karte und ihres Erstellers. Sie wurde im Schloß der pommerschen Herzöge Stettin entwickelt und ist in dieser Form erstmals in einem Museum der beiden pommerschen Landkreise zu sehen. Ein Nachdruck der "Lubinschen Karte" erschien erstmals 1926 mit Erläuterungen des Rüganers und Heimatforschers Alfred Haas (1860-1950).