Donnerstag, 8. August 2019

Unterstützung für südliche Bahnanbindung Usedoms

Bundestagsabgeordnete Claudia Müller aus Vorpommern (Foto: C. Müller)
Stralsund (PA). Anlässlich eines Besuches der Usedommer Bäderbahn (UBB) auf Usedom äußerten sich die grünen Bundestagsabgeordneten Claudia Müller und Matthias Gastel  auch zur südlichen Anbindung der pommerschen Insel an den Bahnverkehr. Dabei ging es speziell um die Reaktivierung der Bahnstrecke Ducherow - Usedom - Sminemünde. 

Wie die Insel Rügen erstickt auch die Insel Usedom im Sommer regelmäßig in den Blechlawinen des An- und Abreiseverkehrs von Gästen. Zwar leistet die Usedomer Bäderbahn bereits einen ersten Beitrag zur Entzerrung des Verkehrs auf der Insel, aberder grüne Sprecher für Bahnpolitik im Bundestag, Mathias Gastel, sieht vor allem Handlungsbedarf in der Bahnanbindung. So erklärte er:

"Jetzt muss es darum gehen, die Anbindung Usedoms an den schnellen Regionalverkehr und Fernverkehr durchgreifend zu verbessern. An erster Stelle steht dabei die Reaktivierung der Strecke über die Karniner Brücke nach Swinemünde."

In diesem Zusammenhang stellte er allerdings auch klar, daß dies nicht allein Aufgabe des Landes, sondern für die Finanzierung der Streckenreaktivierung vor allem der Bund gefordert sei. Die Anbindung der Tourismusregion müsse deshalb bei der Planung des Deutschland-Takts berücksichtigt werden. Die Stralsunder Bundestagsabgeordnete Claudia Müller ergänzte dazu:

"Für die Tourismuswirtschaft auf der Ferieninsel ist die gute Erreichbarkeit auf der Schiene ein zentraler Faktor, um die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und neue Gästegruppen anzusprechen. Denn nachhaltiger Tourismus beginnt mit der Anreise - die Bahn ist dabei natürlich erste Wahl. Die Verkehrsprobleme auf der Insel Usedom sind nicht mit den verkehrspolitischen Konzepten der Vergangenheit zu lösen. Mehr Straßenbau verlagert nur die Probleme in andere Bereiche der Region. Wir brauchen stattdessen Investitionen in attraktive Alternativen wie die Wiederbelebung der östlichen Bahnanbindung Usedoms."

Claudia Müller verwies dabei auch auf das Zeitersparnis, denn eine Reaktivierung der histoischen Bahnstrecke nach Swinemünde würde die Reisezeit wesentlich verkürzen. 1923 erklärte bereits Heinrich Mann das Seebad Heringsdorf zu einem "Berliner Vorort". Die Strecke, die damals noch eine Reisezeit von 3½ Stunden in Anspruch nahm, wäre heute in etwa 2 Stunden zu bewältigen. Aus diesem Grunde sprach sich Claudia Müller auch für eine Trendwende aus: Statt Bahnstrecken-Stillegungen brauche man den Streckenerhalt und die Reaktivierung von Bahnlinien - so wie die über die Karniner Brücke, denn Usedom benötigt auch diese Bahnanbindung.

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