Sonntag, 15. September 2019

Mein Sonntag in Saßnitz

Eine der Ruinen? Das Hotel Mukraner Hof...
Liebe Saßnitzer,
in der letzten Woche zog so manche Regenwolke über unsere Stadt. All jenen, die davon betroffen waren, bleibt nur gutes Wetter zu wünschen, denn für jeden scheint auch wieder die Sonne!

Manchmal muß man aber auch selbst aktiv werden, damit sich Dinge ändern. Das "Integriertes Stadtentwicklungskonzept", dass u.a. notwendig wurde, weil sich die Bevölkerungsentwicklung von Saßnitz positiver gestaltete als zunächst vorausgesagt, könnte dazu Anlaß geben... 

So gab es Zuzüge und einen Anstieg der Geburten. Betrug die Bevölkerungszahl bis 2014 nur noch 9.836 Einwohner (und setzte sich damit bis dahin negativ fort) betrug sie 2015 dann 9.950 Einwohner. Richtig ist aber auch, dass sich ab 2016 die fallenden Zahlen in Saßnitz wieder fortsetzten - 9.841 Einwohner (womit sich die Entwicklung wieder der Zahl des Jahres 2014 anglich).

Statistisch wird ausgeführt, dass der Anteil ausländischer Einwohner in Saßnitz gestiegen ist: Ihre Anzahl war von 292 Einwohnern (2014) auf 551 Einwohner (2015) angestiegen, viel aber bereits im Folgejahr auf 536 Einwohner. Bedingt dadurch, dass das Durschschnittsalter ausländischer Einwohner jünger ist, änderte sich auch deren Anteil an allen Einwohnern von Saßnitz. So lag er bei Kindern bis sechs Jahren bei 9,6 % (2014), dann 12,5% (2015) und - so die letzte Erhebungszahl - 10,1 % (2016). Bei Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 15 Jahren pendelte sich der Anteil ab 2015 auf etwa 7% ein. 
...sicher ein Schandfleck, den man zurückbauen könnte
Dennoch bleibt - trotz diesem statistischen Bevölkerungsplus - festzuhalten, dass 2016 wieder mehr Wegzüge als Zuzüge nach Saßnitz stattfanden (und sich der Trend weiter fortsetzt). Die Anzahl der Sterbefälle liegt zudem etwa doppelt so hoch, wie die Anzahl der Geburten. Auch die Anzahl älterer Einwohner nimmt in Saßnitz stetig zu. Während der Anteil der Einwohner im arbeitsfähigen Alter (zwischen 25 und 65 Jahren) 2016 bei etwa 52% lag, ist der Anteil der älteren Einwohner ab 65 Jahren bereits auf 31% (2016) angestiegen. Diese Entwicklung führt u.a. dazu, dass bis 2025 bereits ein Bevölkerungsverlust von 10,8% prognostiziert wird...

Deutlich werden in dem Konzept aber auch die Mißstände angesprochen: Dabei geht es u.a. um die städtebaulichen Sünden (u.a. die Vielzahl an Ruinen), die sich nicht nur negativ auf das Erscheinungsbild von Saßnitz, sondern auch auf die Lebensqualität der Saßnitzer und die Umwelt auswirken. Dies und die desolate Infrastruktur von Gehwegen und Straßen könnten ja beseitigt werden... Bei 710 erwerbslosen Saßnitzern (12,5%) wäre es schön, wenn einige von ihnen vielleicht so ihr natürliches Auskommen selbst bestreiten und so wieder Tritt fassen könnten. Und: Sicher würde es auch nicht schaden, um den einen oder anderen Einwohner aus Sagard bzw. Bergen anzusprechen, der ohnehin schon seine Arbeit in unserer Heimatstadt hat. Vielleicht läßt er sich ja zum Umzug bewegen, wenn er sieht, daß sich in Saßnitz endlich was bewegt. An Wohnraum mangelt es bei uns ja nicht! Statistisch waren es 395 Wohnungen (6,4 %) im Jahre 2016, die leer standen...

Für die neu gewählten Bürgervertreter gibt es viel zu tun. Es gilt endlich die richtigen Weichen zu stellen. Damit die Infrastruktur in Saßnitz gehalten werden kann, muss unsere Heimatstadt attraktiver für Neu-Bürger von Saßnitz werden. Und Rüganer sollten die Zielgruppe Nr. 1 sein, wenn sie bereits eine Bindung zu unserer Heimatstadt haben. Die Attraktivität beginnt allerdings bei den kleinen Dingen des Alltags, wie den beschriebenen Gehwegen oder Hortplätzen. Der Bedarf ist dafür seit Jahren vorhanden! Dafür benötigt man übrigens keine Statistik oder ein Entwicklungskonzept. Die Probleme sind bekannt, nun muß endlich gehandelt werden!

Einen schönen Sonntag wünscht
Euer Fiete
 
Es gibt viel zu tun...!!!