Sonntag, 3. November 2019

Mein Sonntag in Saßnitz

Historisches Postkartenmotiv aus dem Rügenverlag Zobler& Wilde, Saßnitz

Liebe Saßnitzer,
letzten Sonntag wurde an dieser Stelle das
Fischerei- und Hafenmuseum zum Thema und die Situation dieser kulturellen Einrichtung angesprochen. Nun soll am Donnerstag, den 7. November 2019, um 15.00 Uhr ein Gespräch zur Zukunft des Museums zwischen dem Parlamentarischen Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann (SPD), und Vertretern des Fördervereins "Saßnitzer Fischerei- und Hafenmuseum e.V." stattfinden.

So weit, so gut. - Nur: Auch der Staatssekretär kann keinen Koffer mit 80.000,- Euro vorbeibringen, um wieder etwas Zeit zu kaufen, weil man noch kein zukunftsfähiges Konzept entwickelt hat. Und wenn es dieses endlich gibt, sollte man es zunächst mit den neuen Stadtvertretern diskutieren, um auszuloten, was möglich ist und sich dann im Anschluß die Unterstützung des Landes (wie auch immer diese aussehen kann) für den Erhalt des Museums zusichern lassen. 

Unabhängig davon ist die Situation der Museen auf Rügen bekanntlich keine einfache Sache. Der Blick nach Göhren, Gingst oder Bergen reicht dafür aus. Und: Die Kassenlage der Städte und Gemeinden ist angespannt. Kultur kostet aber nun mal Geld! Andererseits ist der Erhalt kultureller Einrichtungen - neben den Museen haben wir ja auch beispielsweise ein Inseltheater - sowohl für die eigene Identität als auch für den Tourismus (Alleinstellungsmerkmale unserer Insel!) von Bedeutung und unschätzbarem Wert.

Historisches Postkartenmotiv aus dem Rügenverlag Zobler& Wilde, Saßnitz
Vielleicht müssten dabei ohnehin neue Wege gegangen werden. Das diese zwischen Städten und Gemeinden sowie dem Land neu ausgehandelt werden müssten, bedingt schon der kommunale Finanzausgleich, der seit Jahren in der Kritik steht. Die zu schaffenden Rahmenbedingungen für die Städte und Gemeinden bzw. ihre Landkreise, für die unsere Kommunen ohnehin die Kreisumlage zahlen, wurden einst von den Vätern der Landesverfassung vorgedacht. - So heißt es u.a. in Artikel 75:

"Zur  Pflege  und  Förderung  insbesondere  geschichtlicher,  kultureller  und  landschaftlicher  Besonderheiten  der  Landesteile  Mecklenburg  und  Vorpommern  können  durch  Gesetz  Landschaftsverbände  mit  dem Recht auf Selbstverwaltung errichtet werden."

Für einen Landschaftsverband Vorpommern müssten (Im 30. Jahr des politischen Umbruchs wäre es ein wichtiges Zeichen!) die Landkreise Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald endlich an einen Tisch kommen und ausloten, wie eine solche Institution aussehen sowie mit Leben erfüllt werden könnte, so dass gleichzeitig unser kulturelles Erbe für die Zukunft gesichert wird. Hier sind aber Einsatz und Ideen gefragt...

Einen schönen Sonntag wünscht 
Euer Fiete