Montag, 9. Dezember 2019

Schloss Putbus: Zum Wiederaufbau

Reproduktion einer Nachkriegs-Postkarte vom Schloss Putbus (Sammlung: Chr. Bruhn)
Putbus (PA). Einfach hatte es sich der neue Förderverein Fürstliches Schloß zu Putbus e.V. nicht gemacht: Ausgerechnet in der Adventszeit ludt der Verein Interessierte zu seiner ersten Informationsveranstaltung "Zum Wiederaufbau des Schlosses Putbus" in die Aula des Pädagogiums ein. Dennoch war die Veranstaltung am letzten Samstag, den 7. Dezember 2019, mit etwa 40 Gästen gut besucht.

Nach einer kurzen Anmoderation, in der es u.a. um den Programmablauf und eine kurze Vorstellung des Vereins ging, übergab Torsten Seegert das Wort an den Vereinsvorsitzenden Christian Bruhn, der mit seinem Vortrag auf das Schloß Putbus und dessen Bedeutung für den Ort zu sprechen kam. Dabei zeichnete er die Entwicklung des Schloßplatzes von seiner Ersterwähnung im Jahre 1371 bis zur Zeit von Abriß und Sprengung in den 60er Jahren nach. Seinen Schwerpunkt legte der profilierte Kenner der Schloßgeschichte dabei auf die baulichen Phasen von Klassizismus und Historismus, um - im direkten Vergleich - zu begründen, weshalb sich der Verein ausgerechnet für den Wiederaufbau des Schlosses Putbus in seiner letzten Gestaltungsform - so wie man das Schloss Putbus von vielen Postkarten kennt - ausspricht.

Christian Bruhn beim Vortrag "Zum Wiederaufbau des Schlosses Putbus"
Im Anschluß wurden 8 visionäre Thesen aufgestellt, um die Diskussion um Schloßplatz, Wiederaufbau und Wirkung für den Ort in Gang zu bringen. Diese wurden durch historisches Filmmaterial aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (beispielsweise vom Selliner Photohaus Knospe) eingebettet. 

In der sich anschließende Diskussion war u.a. zu erfahren, dass der Verein sich bereits mit verschieden Nutzungsvorschlägen auseinandergesetzt hat. Eine Nutzungsmöglichkeit warf Prof. Dr. Hans Dieter Knapp, Landschaftsökologe und langjährige Leiter der Naturschutzakademie Vilm, an diesem Tag in die Diskussion ein: Wie wäre es mit einem Rügen-Museum, das die Geschichte und die Einzigartigkeit der Insel Rügen dokumentiert? Die Mitglieder des  Fördervereins zeigten sich dafür und für weitere Vorschläge offen. Wichtig sei, eine tragfähige Nutzung anzustreben. Die könnte auch den Marstall einschließen, der zwar vor dem Verfall bewahrt wurde, aber ebenfalls eines der Sorgenkinder der Stadt Putbus sei. Seine Tätigkeit sieht der Verein in Abstimmung mit der Stadt Putbus. Dies sei auch einer der Gründe, weshalb man zu seiner ersten Veranstaltung, alle Stadtvertreter und die Bürgermeisterin, Frau Beatrix Wilke, eingeladen hätte. 

Neben dem Zusammentragen von Planungsunterlagen, Fotos und Filmmaterial, um die Grundlagen für eine orginalgetreuen Wiederaufbau zu schaffen, gibt es auch bereits eine Kostenschätzung. Diese beläuft sich - wie an diesem Tag zu erfahren war - auf etwa 60 Millionen Euro. Günstiger wäre es allerdings, wenn sich auf Fundamenten und Kellergeschoß aufbauen ließe. 

Der Förderverein Fürstliches Schloß zu Putbus e.V.  ist zwischenzeitlich eingetragen worden und als gemeinnützig anerkannt. Zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zählen u.a. der ehemalige Kreisdenkmalpfleger Dr. Hermann Hoge und der Steinmetz- und Steinbildhauermeister Carlo Wloch. Beide haben sich auch für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses eingesetzt.
https://www.inselreport.de/2019/04/die-hochsten-pommerschen-leuchtturme.html   https://www.inselreport.de/2019/04/die-groten-pommerschen-inseln.html   https://www.inselreport.de/2019/11/die-erfolgreichsten-pommerschen-musiker.html https://www.inselreport.de/2017/10/enders-welt.html   https://www.inselreport.de/2017/10/mythos-stortebeker-2-die-rugenfestspiele.html   https://www.inselreport.de/2018/08/uber-ulrich-muther-seine-mitstreiter.html
https://www.inselreport.de/2019/12/schloss-putbus-zum-wiederaufbau.html   https://www.inselreport.de/2019/10/nord-stream-2-wettlauf-mit-der-zeit.html   https://www.inselreport.de/2018/07/ein-besuch-der-hydrierwerke-politz.html