Dienstag, 28. Januar 2020

Nonnensee: Mehr als ein "Schrankenwärter" gesucht...

Schlagbaum: Keine Zufahrt zum Nonnensee
Bergen (PA). Wer kennt ihn nicht? Den "Nonnensee". Um ihn ranken sich Sagen und über ihn wurde sogar in Versen geschrieben. Nachdem er in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts bereits durch Meloration von den Landkarten verschwunden war, brachte die Renaturierung - gut 30 Jahre später - den Nonnensee zurück. 

Seither erfreut sich der See und sein Umfeld bei Einheimischen und ihren Gästen großer Beliebtheit. Darunter sind Sportler, Wanderer und auch Hobby-Ornithologen. Sie alle haben haben jedoch ein gemeinsames Problem: Wie soll man ihn erreichen? Jahrelang gab es beispielsweise einen Parkplatz direkt an der B 96. Die Fläche gibt es noch, aber die Zufahrt für PKWs ist mit einem Schlagbaum (Schranke) verwehrt. Stattdessen wurde von der Stadtverwaltung Bergen ein neuer Parkplatz für Besucher des Nonnensees ins Spiel gebracht. Dieser soll allerdings im Ortsteil Stadthof entstehen, dessen Zufahrt gut 900 Meter nördlich ist. Allerdings hält sich die Begeisterung für die neue "Natur- und Erlebnisfläche", die mit 600.000 Euro aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung entstehen soll, bei den Bergenern offensichtlich in Grenzen.

Offensichtlich nicht alles bedacht: Im OT Stadthof soll neue eine "Natur- und Erlebnisfläche" entstehen
Stattdessen mobilisiert eine Bürgerinitiative ("NONNENSEE-Parkplatz erhalten") die Bergener. Am letzten Donnerstag kam es so auch zu einem Treffen von Mitstreitern im Herzen der Stadt, um die nächsten Schritte zu besprechen. Neben der sachlichen Prüfung geht es dabei eben auch darum, als mündiger Bürger Flagge zu zeigen und seinen Zielen Nachdruck zu verleihen. So soll am Samstag, den 8. Februar 2020, um 11.00 Uhr eine Demo auf dem Parkplatz an der B 96 stattfinden. Nach "FFF" ("Freitag für die Zukunft") kommt dann also der "SFN" ("Samstag für den NONNENSEE").

Der Blick in andere Orte - wie Saßnitz, Göhren, Gingst oder Garz - der Insel zeigt, dass Bürgerinitiativen von den politischen Verantwortungsträgern ernst genommen werden sollten. Schließlich hatten sie in den vorgenannten Orten die Stimmenverteilungen und Mehrheitsverhältnisse bei den letzten Kommunalwahlen tüchtig durcheinander gewirbelt. Unmut dürfte es auch in Bergen ausreichend geben: Schließlich spricht die öffentliche Verwaltung heute davon, den alten Parkplatz  jahrelang nur "geduldet" zu haben...

Wer sich ernsthaft mit dem Thema auseinander setzt, stellt schon bald fest, dass hier mehr als nur ein "Schrankenwärter" für die Zufahrt zum alten Parkplatz am Nonnensee notwendig ist. Denn: Die B 96 zerschneidet heute die ehemalige Allee in Richtung Thesenvitz (an der Duwenbäk entlang). Die Verantwortung für die Erreichbarkeit des Nonnensees von Bergen aus liegt bei der Stadt Bergen. Und dabei geht es nicht nur um die Zufahrt von PKWs sondern eben auch um die Fußgänger. Die Anlage einer "Natur- und Erlebnisfläche" im Ortsteil Stadthof unterstreicht dieses Problem, statt es zu lösen. Die Frage, die sich dem Bergener Bürger eigentlich stellt: "Wie erreiche ich als Fußgänger wieder die andere Seite der Allee?" Vorschläge aus dem Rathaus sind dazu nicht bekannt.


Weitere Informationen zum Nonnensee:
"2. Demonatsration am Nonnensee zeigt Wirkung" (22. Februar 2020)
https://www.inselreport.de/2019/04/die-hochsten-pommerschen-leuchtturme.html   https://www.inselreport.de/2019/04/die-groten-pommerschen-inseln.html   https://www.inselreport.de/2019/11/die-erfolgreichsten-pommerschen-musiker.html https://www.inselreport.de/2017/10/enders-welt.html   https://www.inselreport.de/2017/10/mythos-stortebeker-2-die-rugenfestspiele.html   https://www.inselreport.de/2018/08/uber-ulrich-muther-seine-mitstreiter.html
https://www.inselreport.de/2019/12/schloss-putbus-zum-wiederaufbau.html   https://www.inselreport.de/2019/10/nord-stream-2-wettlauf-mit-der-zeit.html   https://www.inselreport.de/2018/07/ein-besuch-der-hydrierwerke-politz.html