Mittwoch, 29. Januar 2020

Windkraft in Vorpommern: Zeichen stehen auf Sturm

Heftiger "Sturm" bläst den Windkraftanlagen deutschlandweit entgegen...
Gingst / Greifswald (PA). "Der Ausbau der Windenergie an Land ist im vergangenen Jahr eingebrochen und hat den tiefsten Stand seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 erreicht." - So wurde es gestern von der "tagesschau" berichtet. Grund dafür ist der wachsende Widerstand der Bürger gegen die "Verspargelung der Kulturlandschaft".

Vorbei die Zeiten als noch 1.792 Windkraftanlagen (2017) aufgestellt wurden. Im letzten Jahr waren es nur noch 325 (!). Zwei Ziele lassen sich dadurch nicht mehr erreichen: Der angestrebte Anteil von 65 % durch erneuerbare Energien am Stromverbrauch im Jahre 2030 und der Erhalt der bestehenden Arbeitsplätze bei den Windanlagenbauern. Derzeit soll ein Viertel der Beschäftigungsverhältnisse in diesem vom politischen Willen abhängigen Wirtschaftsbereich auf der Kippe stehen. Das ruft dem Nachrichtenkonsumenten wieder in Erinnerung, dass es nicht nur um "das Klima" sondern auch um Geld geht.

Für die Gegner von Windkraftanlagen geht es auch um etwas: Etwa um die Abstand zwischen Wohnsiedlungen und Windkraftanlagen. Während die Bundesregierung plante, diesen pauschal mit 1.000 Metern festzulegen, erklärten die Windkraftbefürworter, dass dies das Ende der Energiewende auf dem Land wäre. Um die Wogen zu glätten, erklärte nun Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), dass man sich morgen zu einem Bund-Länder-Gespräch im Kanzleramt treffen wolle. Druck kommt dabei auch von den Nichtregierungsorganisationen (NGOs), wie beispielsweise Greenpeace. Deren Geschäftsführer Martin Kaiser meinte, dass "sinnlose Diskussionen um abstruse Abstandsregelungen für Wind" nun enden müssten. 

Derweil stehen auch in Vorpommern die Zeichen für die Windkraftanlagen auf Sturm. Ob dieser für viele Umdrehungen neuer Windräder oder für deren Abschaltung und keinem weiteren Ausbau führt, muss wohl noch im Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbandes Vorpommern diskutiert werden. Und: Auch die Windkraftgegner sind bereit anzutreten, um Flagge zu zeigen: Am Freitag, den 31. Januar 2020 will die politische Gruppierung "Freier Horizont - Bündnis für Vorpommern" ab 8.30 Uhr eine Mahnwache vor dem Amt für Raumordnung und Landesplanung in Greifswald (Am Gorzberg, Haus 8) abhalten. 

Ihre Kritik wendet sich aus drei Gründen gegen den weiteren Ausbau der Windenergie: So bezeichnet sie diesen als "unkontrolliert", weil die Kontrolle durch das Bundesimmissionschutzgesetz nach ihrer Meinung nicht ausreiche. Zudem sei der Ausbau "Sinnlos, weil der zusätzlich erzeugte Strom nicht verwertet, gespeichert und zum Verbraucher geleitet werden kann." Zudem sei er zerstörerisch, weil die negativen Effekte auf Anwohner, Lebensraum und Umwelt die positiven bei Weitem überwiegen würden.

Weitere Informationen über "Freier Horizont"
https://www.inselreport.de/2019/04/die-hochsten-pommerschen-leuchtturme.html   https://www.inselreport.de/2019/04/die-groten-pommerschen-inseln.html   https://www.inselreport.de/2019/11/die-erfolgreichsten-pommerschen-musiker.html https://www.inselreport.de/2017/10/enders-welt.html   https://www.inselreport.de/2017/10/mythos-stortebeker-2-die-rugenfestspiele.html   https://www.inselreport.de/2018/08/uber-ulrich-muther-seine-mitstreiter.html
https://www.inselreport.de/2019/12/schloss-putbus-zum-wiederaufbau.html   https://www.inselreport.de/2019/10/nord-stream-2-wettlauf-mit-der-zeit.html   https://www.inselreport.de/2018/07/ein-besuch-der-hydrierwerke-politz.html