Sonntag, 12. Juli 2020

Mein Sonntag in Saßnitz

Endlich sieht man den "Wald vor lauter Bäumen"
Liebe Saßnitzer,
kürzlich war ich wieder einmal in der Stubnitz wandern. Die gute Nachricht: Man kann nicht mehr sagen, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen könne. Denn dazu hat man genügend gestreckt oder wie man heute salopp sagt: "...entnommen". Jedenfalls herrscht "endlich" wieder "freie Sicht"! Ob die ausreicht? Man weiß es nicht! Schließlich wird die Zahl vermisster Urlauber auf Jasmund noch nicht statistisch erhoben, obgleich die Ausschilderung dazu eigentlich Anlass gäbe.

Wer jedenfalls keine Brotkrummen gestreut und das Glück hat, zufällig auf einen Ranger des Nationalparks zu stoßen, soll in der Tat schon gerettet worden sein. Kürzlich beispielsweise -  so erzählte mir eine junge Frau - erhielt eine Frau von den hilfsbereiten Kräften ein Luftbild zur Orientierung. Das ist offensichtlich auch notwendig, denn die Schilder für Wanderer auf Jasmund weisen: 1,) in falsche Richtungen, 2.) zeichnen sie sich durch falsche Entfernungsangaben aus und 3.) irritieren auch noch "bunte Plaketten", deren Sinn sich niemandem erschließt. Doch bevor jetzt wieder alle auf "die da oben" schimpfen, sei angemerkt, dass es sich dabei um "Altlasten" aus einem Fördermittelprojekt des ehemaligen "Landkreises Rügen" handelt.

Noch schlimmer: Wer den Piekberg - mit 161,1 Metern der höchste Berg (!) der Insel - sucht, findet dazu keinen Hinweis! Bleibt zu hoffen, dass die Landvermesser nicht auch wie K. in "Kafkas Schloss" ihr Ziel verfehlen, weil sie sich im Dickicht verirren. Schließlich befindet sich auf dem Piekberg ein Trigonometrischen Punkt (TP). Übrigens: Ein Hinweis, der von Rüganern direkt auf dem Höhenpunkt aufgestellt wurde, war wohl unerwünscht. Er verschwand (schon vor längerer Zeit) über Nacht. Und so gibt es bis heute an der besagten Stelle nur noch eine "Tagesmarke" über die man eher zufällig stolpern kann, so man sie findet. Kein Wunder, dass hier also Rüganer und ihre Gäste sich Abhilfe wünschen, damit ihnen zukünftig nicht die Brotkrumen ausgehen. Auch wäre es schön, wenn schon die jungen Rüganer diese - für uns ja bedeutenden "Hügel" - erwandern würden. Ja, warum eigentlich nicht?

Über den Piekberg - den höchsten Punkt der Insel - kann man nur noch durch Zufall stolpern...
Bei einem Vortrag von Nils Natrop - Direktor vom GeoCenter Moens Klint, auf der anderen Seite der Ostsee - wurde durch ihn ein völlig anderes Selbstverständnis in Bezug auf Heimat und Einheimische gezeichnet. In der dänischen Kreidelandschaft sind Schulkinder und Jugendliche eine der wichtigsten Zielgruppen, wenn es um die heimatkundliche Vermittlung von geologischer Schöpfung und der Schaffung von Verständnis für die Natur geht. Dafür gibt es sogar direkt auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Outdoor-Angebote, die auch vor "Perspektivwechseln" in luftige Höhe nicht halt machen oder sogar die Kinder zum "Schnorcheln" einladen. Auf Jasmund möchte man das lieber nicht zu Ende denken... Was könnte da für Schulprofile für die Saßnitzer Schule(n) entstehen? 

Na wenigstens hat sich "Superfranky" das Ganze schon mal angesehen. Wahrscheinlich ist, dass bei der "BILD" in Kürze ein Beitrag mit ihm kommt. Schlagzeile: "Ich habe einen Plan!" - Untertitel: "So spielte der Saßnitzer Bürgermeister die Amis aus" (soweit ein erster Gedanke) - Inhalt könnte sein: Die Busse werden weder mit Dieselantrieb noch mit amerikanischem Fracking-Gas durch den Nationalpark heizen. Stattdessen wäre ein Elektrobus im Einsatz und der Durchgangsverkehr durch den Nationalpark wäre nur noch für Rüganer möglich. Urlauber würden dagegen von den Parkplätzen in Hagen und Saßnitz aus den Nationalpark erkunden... Aber ehrlich? Das schafft nicht mal "Superfranky". Also: Ablage im "Giftschrank" - es bleibt also wieder mal bei der Idee, die Insel ein Stückchen besser zu machen... Und daran mangelt es ja nicht auf Jasmund. 

Einen schönen Sonntag,
denn neue Helden braucht das Land!
Euer Fiete

Zwischen Berg und tiefem tiefen Tal saßen einst zwei Hasen...

https://www.inselreport.de/2019/04/die-hochsten-pommerschen-leuchtturme.html   https://www.inselreport.de/2019/04/die-groten-pommerschen-inseln.html   https://www.inselreport.de/2019/11/die-erfolgreichsten-pommerschen-musiker.html https://www.inselreport.de/2017/10/enders-welt.html   https://www.inselreport.de/2017/10/mythos-stortebeker-2-die-rugenfestspiele.html   https://www.inselreport.de/2018/08/uber-ulrich-muther-seine-mitstreiter.html
https://www.inselreport.de/2019/12/schloss-putbus-zum-wiederaufbau.html   https://www.inselreport.de/2019/10/nord-stream-2-wettlauf-mit-der-zeit.html   https://www.inselreport.de/2018/07/ein-besuch-der-hydrierwerke-politz.html