Mittwoch, 8. Juli 2020

Müther-Schale erhält neuen Schwung

Die Arbeiten auf dem Magdeburger Müther-Schalendach gehen voran (Foto: Landeshauptstadt Magdeburg)
Magdeburg (PA). Seit 1969 gehören "Müther" und "Magdeburg" im Rotehornpark zusammen, denn auch hier haben der Binzer Landbaumeister Ulrich Müther und seine "pommerschen Bauernsöhne" ihre Spuren hinterlassen. Entstanden ist damals eine Hyparschale von 48 x 48 Metern. Lange Zeit als Mehrzweckhalle genutzt, wartet sie nun auf den Abschluß ihrer Sanierung. Die Besonderheit? Mit einer überspannten Grundfläche von 2300 m² ist sie die größte noch existierende Müther-Schale.



Das es sie noch gibt, ist jedoch keineswegs selbstverständlich: 1997 baupolizeilich gesperrt, konnte der Abriß des Müther-Baus nur noch durch Gutachten verschiedene Rettungsinitiativen verhindert werden. Und wie so oft, wenn es um die Rettung von Bauten geht, bedarf es auch eines schlüssigen Konzeptes, welches dem Bauwerk wieder einen Zweck und damit eine zeitliche Perspektive einräumt. Die scheint nun mit einer Wiederbelebung als multifunktionalem Veranstaltungs- und Ausstellungsort gefunden zu sein. Allerdings stellt dies auch die Baumeister von heute vor einige Herausforderungen. So sieht die Sanierung des Schalendaches - das durch Korrosion gefährdet ist - vor, die Konstruktion durch das Aufbringen eines Verbundwerkstoffes aus Carbonfasern und Feinbeton auf der Innen- und Außenseite der Schale zu ertüchtigen. Das Verfahren selbst kommt in Magdeburg erstmals zur Anwendung und könnte beispielgebend werden für die Rettung weiterer Hyparschalen. Zumal die Leichtigkeit und die Spannweiten der Konstruktion originalgetreu erlebbar werden sollen. Die Umsetzung folgt dabei den Plänen der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp).
Die größte noch existierende Hyparschale des Landbaumeisters Ulrich Müther (Foto: Landeshauptstadt Magdeburg)
Ihnen folgt auch die Öffnung der über Kreuz zwischen den Schalen verlaufenden Oberlichter. Sie unterstreichen nicht nur die Formgebung der Schale sondern bieten auch eine bessere Ausleuchtung des Hallenzentrums. Teil der Neuausrichtung sind die eingefügten Galerieebenen und begehbaren Brücken, die durch die Müther-Schale zukünftig überspannt werden. Nicht unerwähnt sollte an dieser Stelle sein, dass sich die Landeshauptstadt Magdeburg um die Sanierung der Müther-Schale bemüht. Abgeschlossen sollen die Arbeiten im Jahre 2022. Derzeit geht man von Baukosten in Höhe von etwa 17 Mio. EUR aus.
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