23 Oktober 2020

Bernsteinzimmer doch in Wrack vor pommerscher Küste?

Historische gemeinfreie Aufnahme des ursprünglichen Bernsteinzimmers

Stettin (PA). Wie immer, wenn es Meldungen zum Bernsteinzimmer gibt, geht ein Rauschen durch den medialen Blätterwald. So war es auch dieses Mal, als Taucher vor Stolpmünde das Wrack der "Karlsruhe" entdeckten und die Vermutung äußerten, dass die Möglichkeit bestünde, dass Teile des legendären Bernsteinzimmers an Bord wären.

Lange Zeit war unklar gewesen, wo sich das Schiffswrack der "Karlsruhe" befindet. Dieses Geheimnis jedoch, konnte die Tauchergruppe Baltitech vor einigen Wochen lösen. Aufgespürt wurde das Wrack des 1905 in Dienst gestellten Dampfers einige Dutzend Seemeilen vor der pommerschen Küste von Stolpmünde, in einer Tiefe von etwa 80 bis 90 Metern - begraben unterm Schlick. 

Vor etwa 75 Jahren verließ die "Karlsuhe" am Mittwoch, den 11. April 1945, den ostpreußischen Hafen Pillau. An Bord: 1.083 Flüchtlinge und Soldaten sowie 360 Tonnen Fracht. Gemeinsam mit dem Dampfer "Santander" machte sich der Dampfer, flankiert von Minensuchern der Kriegsmarine im Geleitzug auf in Richtung Westen. Am darauffolgenden Freitag, den 13. April 1945, verlor sie jedoch den Anschluss und fiel hinter den Konvoi zurück und verlor ihren Schutz vor möglichen Angriffen. Die erfolgten gegen 9.15 Uhr durch sowjetische Flieger. In Folge des Angriffs zerriss der Dampfer in zwei Hälften und versank innerhalb von Minuten in den Fluten der Ostsee. Nur 113 Menschen sollen damals gerettet worden sein.

Wie nun die "Daily Mail" am Donnerstag, den 22. Oktober 2020, berichtete, berichteten die Taucher der Tauchergruppe Baltitech, dass eine Hebung zu teuer sei. Nach ihrer Einschätzung würde eine Hebung des Dampers "Karlsruhe" Millionen kosten. Nach den spektakulären Bildern, die um die Welt gingen, erklärten sie nun: "Wir haben die Geschichte begonnen, aber jetzt liegt es an jemand anderem, sie zu beenden." Stachura, einer der Teilnehmer der Expedition, erklärte zudem, dass archäologische Taucher offiziell nur bis zu 130 Fuß (etwa 40 Meter) tauchen würden. Damit geht die Spekulation um den Verbleib des Bernsteinzimmers im Wrack des Dampfers "Karlsruhe" weiter... 

Das Bernsteinzimmer, ein Geschenk des preußischen Königs Wilhelm I. an den Zaren Peter den Großen, befand sich etwa 200 Jahre in Zarendorf (Ца́рское Село́) unweit von Sankt Petersburg (Санкт-Петербу́рг). 1941 wurde es dort 1941 abgebaut und ab 1941 im Schloß von Königsberg ausgestellt. Seit der kriegsbedingten Evakuierung gilt das Bernsteinzimmer als verschollen und regt seither die Fantasien durch Vermutungen und Spekulationen an. Während Teile des Bernsteinzimmers in Deutschland aufgefunden, beschlagnahmt und an Russland zurückgegeben wurden, hatte man bereits im Jahre 1976 mit der Rekonstruktion des Bernsteinzimmers nach alten Fotos begonnen. Möglich wurde dies u.a. durch eine Spende der deutschen Ruhrgas AG in Höhe von 3,5 Mio. Dollar. Heute sind Besichtigungen des rekonstruierten Bernsteinzimmers im Katharinenpalast möglich.

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