Freitag, 16. Oktober 2020

Mit dem "Stromer" über die Insel


Rügen (PA).
Alle reden von e-Mobilität. Und in der Tat! Bei den Fahrrädern ist diese kaum zu übersehen: Die „Neuen“ kommen dabei geradezu sportlich daher. Und: Längst sind e-Bikes auch in den Seebädern anzutreffen. Anders sieht es allerdings bei den Autos aus. Doch auch hier gibt es Bewegung. Wir hatten einen Termin bei dem Rügener Unternehmen „Sightseeing Trains Rügen GmbH“, das eigentlich Wegebahnen für den nationalen und internationalen Vertrieb herstellt. Bedingt durch den Umstieg auf den Elektroantrieb ergaben sich auch für das Insel-Unternehmen aus Prora ganz neue Kooperationen. Eines der Ergebnisse – ein Nutzfahrzeug mit Elektroantrieb – durften wir als erstes Print-Medium Probe fahren.


Äußerlich unterscheidet sich der e-Wagen nur kaum von herkömmlichen Kleintransportern. Innen sieht das jedoch schon ganz anders aus, denn: Die Tankanzeige spielt für uns ja keine Rolle. Stattdessen fällt der Blick auf einen kleinen 7 Zoll Monitor, der uns den Ladezustand der Batterie in Prozenten anzeigt. Ansonsten heißt es nach dem Start des Motors eigentlich nur „Gas“ oder „Bremse“. Die Richtung wird - wie am Computer - mit einem Joystick Wählhebel festgelegt. Es geht nur „Vor“ oder „Zurück“. Und damit liegt die Einweisung noch bei unter 60 Sekunden. Im praktischen Fahrbetrieb ist der Umstieg von einem Auto mit Automatikgetriebe zu einem Elektro-Nutzfahrzeug damit eigentlich ein „Kinderspiel“.

Unsere Fahrtstrecke geht von Prora über Binz bis Sellin und zurück. Zugegeben! – Dabei gibt es kaum nennenswerte Steigungen. Aber für uns liegt die Herausforderung auch eher im Fahrgefühl für einen Pritschenwagen mit Aufbau. Das ginge uns allerdings auch bei einem „Diesel“ oder „Benziner“ so. Dabei ist der Wagen, der auf einem Modell der GAZelle Next basiert, mit seinen 2.600 kg gut und zügig unterwegs. Bei der Anfahrt am Kreisverkehr zwischen Binz und Sellin sowie beim Einordnen in den Verkehrsfluss am Bahnübergang von Prora auf der Rücktour geben wir uns allerdings etwas Zeit, weil der kraftvolle Anzug des Motors uns noch nicht so vertraut ist.


Beim Wiedereintreffen bei dem Unternehmen „Sightseeing Trains Rügen GmbH“ werfen wir noch einmal einen Blick auf den Monitor. Die Leistungsfähigkeit der Batterie ist noch sehr gut. Kein Wunder! Denn: Man setzt bereits auf eine neue Generation von Lithium-Eisenphosphat-Batterien. Das wiederum ermöglicht Reichweiten von bis zu 200 Kilometern.

Derzeit bereitet sich das Rügener Unternehmen übrigens auf das diesjährige Partnertreffen des Biosphärenreservates Südostrügen im Oktober 2020 vor. Ziel ist es, den an Nachhaltigkeit interessierten Teilnehmern auch die neuen Nutzfahrzeuge für Transporte vorzustellen.

Weitere Informationen unter:
https://www.sightseeing-trains.de/
 
Die Sightseeing Trains Rügen GmbH wurde im Jahre 2014 als Tochterunternehmen der Jagdschlossexpress und Ausflugsfahrten GmbH gegründet. Sie verfolgt seit sechs Jahren den Bau individueller und innovativer Wegebahnen. Seit der Göteborger Euro Attractions Show (EAS), der größten europäischen Messe im Bereich der Freizeitparks und Vergnügungsanlagen, macht das Unternehmen auch international auf sich aufmerksam. Im Jahre 2020 ist es nun im Rahmen eines Joint-Ventures gelungen, neben Wegebahnen auch ein innovatives Nutzfahrzeug zu konzipieren, welches ebenfalls über einen Elektroantrieb verfügt.



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