Montag, 5. Oktober 2020

3. Oktober: "30 Jahre Freundschaft - 30 Jahre Einheit"

Höhepunkt des Abends: Berluc rockte den "Tag der Deutschen Einheit"

Bergen (PA). Lange war dieser "Tag der Deutschen Einheit" in Bergen auf Rügen vorbereitet worden. Nun also war es endlich soweit: Unter dem Motto "30 Jahre Freundschaft - 30 Jahre Einheit" trafen sich die Bergener und Oldenburger bereits am Vormittag. Grund zum Feiern gab es dabei reichlich. Schließlich wurde vor 30 Jahren nicht nur eine Städtepartnerschaft zwischen Bergen auf Rügen und Oldenburg in Holstein aus der Taufe gehoben sondern man konnte sich schon wenige Monate später über das glückliche Gelingen der staatlichen Einheit Deutschlands freuen.

Der Tag selbst begann bereits feierlich, denn um 10.15 Uhr traf man sich vor der St. Marienkirche, um an einem gemeinsamen Gottesdienst mit der pommerschen Pröpstin Helga Ruch teilzunehmen. Eine besondere Ehre wurde dabei der Bergener Stadtvertreterin Kristine Kasten (SPD) zu Teil. Sie las aus der Apostelgeschichte vor. Nach Abschluss des Gottesdienstes wandte sich auch Bürgermeisterin Anja Ratzke und Stadtpräsidentin Kerstin Kassner an die Gäste. 

Treffen der Bergener und ihrer Gäste im Kaufmannshof Hermerschmidt

Im Anschluss begaben sich die Teilnehmer des Treffens gemeinsam in den Kaufmannshof Hermerschmidt, um hier das Mittag einzunehmen. Die Stimmung war dabei bereits deutlich gelöst und herzlich. Als weitere Gäste konnten Bergener Bürger - unter ihnen auch ehemalige Stadtvertreter und der langjährige Bergener Stadtvertretervorsteher und Ehrenbürger von der Partnerstadt Gollnow Manfred Kendziorra - begrüßt werden. Und auch an einem emotionalen Rückblick auf die Zeit der großen Veränderungen fehlte es dank Dagmar Timm, der Oldenburger Bürgervorsteherin Susanne Knees und ihrem Vorgänger Helmut Schwarze nicht. Kein Wunder! War doch gerade Schwarze für seine Bemühungen um die Partnerschaft zwischen den beiden Städten mit der Ehrenmedaille der Stadt Bergen in Silber ausgezeichnet worden.

Dann ging es mit einer auf Rügen gebauten Elektro-Wegebahn zu einer Fahrt durch die Stadt Bergen. Sie führte die Bergener und ihre Gäste über die Bahnhofstraße durch die Ring- und Gartenstraße vorbei am Alten Friedhof. Weiter folgte die Bahn der Route über die Billroth- und die Schulstraße bis zur Dammstraße und von hier aus ging es dann durch die Marktstraße über den Markt und die Viehstraße zum Rugard, der höchsten Erhebung der Stadt. 

Mit einer Rügener Elektro-Wegebahn ging es durch die Straßen Bergens

Gestärkt mit Kaffee und Kuchen am Rugard-Hotel, konnten die Gäste nachfolgend den Ernst-Moritz-Arndt-Turm, einem bis 1877 errichteten und über 26 Meter hohen viergeschossigen Aussichtsturm besteigen, um bei besten Sichtverhältnissen einen Blick über das Muttland bis hin nach Mönchgut oder in Richtung Jasmund und Stralsund zu werfen. Nur unweit dieses Baudenkmals befand sich dann die nächste Herausforderung: Die Inselrodelbahn. Hier lieferten sich ein Team aus Bergen und aus Oldenburg schließlich ein packendes Rennen. Zwar siegten die Rüganer, doch wurden die Holsteiner eindeutig zu den "Siegern der Herzen" erklärt. 

Zum Abend verlagerte sich das Geschehen auf die in diesem Jahr frisch in Betrieb genommene Waldbühne. Bei ausgelassener Stimmung freuten sich hier bereits viele Bergener Familien über das abwechslungsreiche Programm für Alt und Jung. Besonders die Kinder, die in den letzten Wochen und Monaten manche Entbehrung in Kauf nehmen mussten standen dabei zunächst im Mittelpunkt: Neben Unterhaltung mit Clown Maxxx, war auch Kinderschminken und eine Kinderdisko angesagt. Beeindruckt zeigte sich das Publikum vor allem von den Ostseefanfaren aus Sellin. 

Die Ostseefanfaren bei ihrem beeindruckenden Auftritt auf der Waldbühne

Der Puls steigerte sich dann bei den Bergenern und ihren Gästen aus Holstein mit "BluesRausch" und der Gesangseinlage einer jungen Bergenerin namens LoreLei. So eingestimmt und mit einem mehrfachen Kanonensalut der "Stralsunder Standwache" sowie der "Sehlener Schützengilde" mit Torsten Zink untermalt, kam die Spannung zum Höhepunkt des Abends: Dem Auftritt der Rockband Berluc. Die "Rocker von der Küste" rockten schließlich den "Tag der Deutschen Einheit" so, wie man sie kennt: Von "Die Erde lebt" über "Gradaus" bis "No Bomb!" Erst gegen Mitternacht endete das Treffen - bei sternenklarer Nacht und Vollmond. 

Am darauffolgenden Sonntag, den 4. Oktober 2020, bedankte sich das Organisationsteam noch einmal bei allen, die diesen ereignisreichen Tag möglich machten. Den Oldenburgern aber rief man zu "Auf Wiedersehen!"

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