01 November 2020

Vom Jugendprojekt "Das Baltische Meer verbindet uns"

Ein Leserbeitrag von H.-D. Hoffmüller und G. Slowy

Schüler der Regionalen Schule Sassnitz sowie Senioren aus Sassnitz, Bergen und Stralsund besuchten am 21. Oktober 2020 die Kriegsgedenkstätte auf den Seelower Höhen, 45 Kilometer östlich von Berlin. 

Organisiert wurde diese Gedenkveranstaltung im Rahmen eines Präventionsprojekts, durch Herrn H.-D. Hoffmüller, Frau M. Bloom vom deutsch – russischen Jugendprojekt „ Das Baltische Meer verbindet uns“ und dem Vorsitzenden des Sassnitzer Seniorenbeirates, Gerd Slowy, welcher auch im oben genannten Jugendprojekt aktiv tätig ist. 

Die Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an den 75. Jahrestag des Endes des zweiten Weltkrieges am 8. Mai 1945 (in Russland wird dieser Tag wegen der Zeitverschiebung am 9. Mai 1945 begangen - Anm. d. Red.) war durch die drei Organisatoren schon langfristig geplant und vorbereitet worden, musste aber wegen der CORONA – Beschränkungen immer wieder verschoben werden. 

Ebenfalls zu dieser Gedenkveranstaltung angereist und vor Ort waren vier Vertreter der Botschaft der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland aus Berlin. 

Dank der guten Vorbereitung und Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Gedenkstätte Seelower Höhen, sowie der Russischen Botschaft aus Berlin mit den Herren Hoffmüller und Slowy war der Ablauf vor Ort ein voller Erfolg. 

An der Ehrentafel der Gedenkstätte legten die Teilnehmer der Veranstaltung Kränze, Blumengestecke und zahlreiche rote Nelken zum Gedenken an die toten Zivilisten und Soldaten nieder. 

Es gab zuvor einige Gedenkreden von Herrn Hoffmüller (Projektleitung), Frau Titkova (Leiterin des Büros an der Botschaft für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit) und Frau Kursikowski (Stadt Sassnitz).

Herr Hoffmüller machte in seinen Ausführungen am konkreten Beispiel der Seelower Höhen noch einmal deutlich, wie sinnlos jeder Krieg ist.

Er betonte auch, dass es eine Lehre sein muss, im gegenseitigen Verständnis und Freundschaft zu leben. 

Die langjährigen Jugendbegegnungen, welche erst durch die Vorbereitung der oben genannten Organisatoren ermöglicht wurden, stehen für unsere Verbindung zwischen der Regionalen Schule Sassnitz und dem Gymnasium in der Partnerstadt Kingisepp (Кингисепп)* in Russland. 

Im Rahmen dieser Städtepartnerschaft Kingisepp (Кингисепп)* – Sassnitz sind feste und wahrhafte Freundschaften entstanden. 

Diese Freundschaften zu Russland wollen wir weiter vertiefen und aufrecht erhalten, so Hoffmüller. 

Frau Titkova, von der Russischen Botschaft in Berlin, erinnerte in ihren Ausführungen noch einmal an die Kämpfe um die Seelower Höhen 1945 und an die vielen Soldaten, welche sinnlos ihr Leben dort verloren haben, um das damalige Deutschland vom Faschismus zu befreien. 

Auch sie betonte, dass die Freundschaft zwischen unseren Völkern lange geschichtsträchtige Bande hatte und gerade in der heutigen Zeit von lebenswichtigem Interesse ist. Des Weiteren stellte sie den hohen Stellenwert der Beziehungen zwischen der Russischen Botschaft in Berlin und den Initiatoren aus der Stadt Sassnitz heraus.


In ihrem kurzen Wortbeitrag bezog sich Frau Kursikowski auf die Wichtigkeit solcher Begegnungen an einem so geschichtsträchtigen Ort. Sie überbrachte auch die Grüße des Bürgermeisters und der Stadtvertretung der Stadt Sassnitz.

Auch der Bergener Manfred Schittkow hatte es sich nicht nehmen lassen, einige emotionale Gedenkworte als ehemaliger NVA Soldat an die Teilnehmer zu richten.

Im Anschluss an diese Redebeiträge wurden dann die Kränze, Blumengestecke und Nelken durch die Teilnehmenden an der Gedenktafel niedergelegt.

Weitergehend besuchten die Teilnehmer der Delegation von der Insel Rügen dann das Museum der Seelower Höhen.

Sehr ergreifend für alle war die Multivisionsschau zur Schlacht um die Seelower Höhen und deren Hintergründe. Die anwesenden Schüler hatten sich in einem zweimonatigen Vorbereitungskurs auf die Geschichte des 2. Weltkrieges und auf die Kämpfe um die Seelower Höhen unter Leitung von H.-D. Hoffmüller vorbereitet. Hier vor Ort konnten sie nunmehr im Rahmen dieser Gedenk- und Präventionsveranstaltung ihr Geschichtswissen erweitern.

Auch für die anwesenden Senioren, welche noch teilweise das Ende des dritten Reiches und die unmittelbare Zeit danach in ihrer Jugend miterlebt hatten, kamen manche Erinnerungen an dieses dunkele Kapitel der deutschen Geschichte mit all ihrem Leid und der Not wieder vor Augen.

Nach einer ersten Kurzauswertung in einem nahegelegenen Landgasthof und einem guten Mittagessen wurde dann die Heimfahrt in Richtung Rügen wieder angetreten.

Wir, die Organisatoren, Bloom, Hoffmüller und Slowy, dieser geschichtsträchtigen Reise möchten uns bei allen recht herzlich bedanken, welche diesen Besuch auf den Seelower Höhen ermöglicht und unterstützt haben.

Besonderer Dank geht an:

                        -           die Ehrenamtsstiftung des Landes MV

                        -           den Landkreis Vorpommern Rügen

                        -           die Verwaltung der Stadt Sassnitz und die Regionale Schule

                        -           den Seniorenbeirat der Insel Rügen e.V.

                        -           den Seniorenbeirat der Stadt Sassnitz

                        -           die Museumsleitung der Gedenkstätte Seelower Höhen

                        -           das Busunternehmen Becker und Busfahrer Rico



(Die Bilder entstanden durch das Organisationsteam vor Ort)         



*) Die Stadt russische Stadt Kingisepp (Кингисепп/Jaama/Jamburg) liegt im Oblast Leningrad und ist seit dem Jahre 2003 durch eine Städtepartnerschaft mit Sassnitz verbunden.

(Die von den einzelnen Autoren veröffentlichten Texte, Leserbriefe und Beiträge geben nicht die Meinung der Redaktion wieder) 


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