04 November 2020

"Ich geh mit meiner Laterne..."

Martinsfest: Wer geht trotzdem mit seiner Laterne? (Foto: epd)

Stralsund (PA). Laternenumzüge, geteilte Martinshörnchen und Lagerfeuer - am Martinstag sind diese Dinge am und um den 11. November gelebtes Brauchtum. Doch in diesem Jahr ist alles anders! Öffentliche Umzüge und das Teilen von Essen sind verboten. Dennoch findet der Martinstag in den Gemeinden des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis (PEK) statt.

Woran wird eigentlich am Martinstag erinnert?

Martin von Tours (316/317 – 397) war römischer Offizier und nach seiner militärischen Dienstzeit Bischof von Tours. Aufgrund zahlreicher guter Taten wurde er heiliggesprochen. Berühmt ist der Heilige Martin jedoch vor allem für die Teilung seines Mantels mit einem Bettler. Es wird erzählt, dass Martin, als er in Amiens als Soldat stationiert war, im Winter des Jahres 334 vor den Toren der Stadt einem frierenden, nur spärlich bekleideten Mann begegnete. Martin zerteilte seinen Offiziersmantel mit dem Schwert, gab die Hälfte dem Frierenden und erwies ihm so sein Mitgefühl. In der darauffolgenden Nacht träumte Martin von einer Begegnung mit Jesus, der wie der Bettler den halben Mantel trug. Dieses Traumerlebnis symbolisiert ein biblisches Wort Jesu aus dem Matthäus-Evangelium: 

„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). 

Wie wird der Martinstag am 11. November 2020 in Vorpommern begangen?

Wie der Stralsunder Diakon Lars Engelbrecht mitteilte, wurde in diesem Jahr die Geschichte von Martinsmantelteilung durch den Verein "Andere Zeiten e.V." und Stralsund TV verfilmt. Er soll nun auf dem Youtube-Kanal des Vereins in den kommenden Tagen hochgeladen werden und wird auch von Stralsund TV ausgestrahlt. 

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Kirchengemeinde Jarmen-Tutow beteiligen sich an der bundesweiten Aktion „Meins wird Deins“ der „aktion hoffnung“. Kindertageseinrichtungen, Schulen und Kirchengemeinden sind dabei aufgerufen, Kleidung nach dem Vorbild des Heiligen Martin zu teilen. In diesem Jahr werden junge Menschen in der Ukraine unterstützt, die ohne ihre Eltern aufwachsen müssen. Die Jarmener Konfirmanden spenden gut erhaltene und schöne Kleidungsstücke, die sie an das Eine-Welt-Zentrum der „aktion hoffnung“ senden, die mit dem Verkaufserlös aus den Kleiderspenden Kindern und Jugendlichen in der Ukraine hilft. Gesammelt werden soll am Mittwoch, den 11. November 2020 um 17 Uhr Am Neuen Markt 6 in Jarmen.

In Ahlbeck wird man die Kinder, die ursprünglich am Martinsumzug teilnehmen wollten, mit einem "Martinsbrief" anschreiben. Praktisch gehen die Demminer Kirchgemeinden das Begehen des Martinstages an. Hier erhalten die Kinder die Geschichte von St. Martin mit einer Laterne zum Selbstbasteln geschenkt. Am 11. November können die Kinder dann gemeinsam mit ihren Eltern eigenverantwortet durch Demmin spazieren. Natürlich hofft man, dass so trotz eines Umzugsverbotes viele kleine Lichter zu sehen sein werden und so zu einem großen Licht werden. Vielleicht auch eine gute Idee für die Kinder der Inseln Rügen und Hiddensee. Wie ging noch das Kinderlied? 

"Ich geh mit meiner Laterne..."
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