15 November 2020

Nachgefragt: Was sind PCR-Tests und RNA-Impfstoffe?


Rügen (PA). Täglich hören wir von neuen Infektionen, PCR-Tests, Todesfällen, einem neuen RNA-Impfstoff oder politischen Maßnahmen. Aber wie ordnet man die Informationen ein? Und was sind PCR-Tests und RNA-Impfstoffe? - Wir sprachen mit dem Mediziner Dr. med. Thomas Sarnes.

Herr Dr. Sarnes, wir haben Sie schon mehrfach in Bezug auf Corona* kontaktiert und befragt. Gegenwärtig bestimmen wieder die Zahlen die Dynamik der Berichterstattung vieler Medien. Lt. der Wochenzeitung "Zeit" meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) heute Morgen "22.461 neue Infektionen". Darum zunächst: Wie werden diese ermittelt? Und: Wieviel Menschen werden derzeit in Deutschland wöchentlich getestet? 

Dr. med. Th. Sarnes: "Wenn wir uns die Zahlen anschauen, dann können wir uns natürlich nur immer darauf verlassen, was uns berichtet wird. Wenn also die Wochenzeitung „Zeit“ über die Meldungen des RKI berichtet, dann vermitteln sie uns mit diesen Zahlen eine vermeintliche Wirklichkeit, die eigentlich jeden in Schockstarre versetzen könnte. Mit dieser Zahl können Sie aber eigentlich nichts anfangen. Es ist erforderlich, hier medizinische Definitionen zu beachten. Derzeit ist auf der Oberfläche „Corona“ ein politisches Problem. In Wirklichkeit bleibt es ein medizinisches Thema und es braucht medizinische Definitionen und medizinischen Verstand, der nicht in unzulässiger Weise vereinfacht werden darf. 

Das, was das RKI meldet sind keine Infektionen, sondern es sind positive Testergebnisse. Das ist für die Menschen die wichtigste und an sich gute Botschaft überhaupt. Hier ist überhaupt nichts gesagt über Zufallsbefunde, Kranke oder sonst was für Umstände. Es sind einfach nur positive Tests. Die muss man in einen Zusammenhang bringen. Also: Die Anzahl der positiven Tests zur Gesamtzahl der Tests. Das bedeutet aktuell für Deutschland in der 33. Bis 44. KW 5.838.783 Testungen mit 138.028 positiven Ergebnissen einen Anteil an positiven Tests von 2,4%. Für MV bedeutet das mit 37.434 Testungen und 358 positiven Befunden eine Rate von 1,0%. Dabei muss aber immer bedacht werden, es sind nicht Kranke, sondern nur positive Testergebnisse. Wenn Sie nun fragen, wie diese Werte ermittelt werden, so handelt es sich um Meldungen an das RKI. Aus meiner ärztlichen Sicht werden diese Zahlen nunmehr aber völlig falsch bewertet. Wir messen die positiven Testungen, rechnen das wie auch immer auf 100.000 Einwohner, berücksichtigen nicht den Anteil der Kranken und den der Gesunden (Symptomlosen) und nennen das Inzidenz. Das ist falsch! Dieser Wert beschreibt die Durchseuchung der Bevölkerung. Inzidenz bedeutet ganz klar die Anzahl der KRANKEN pro 100.000 EW (Grundgesamtheit). Und das dann in 7 Tagen bedeutet die 7-Tage-Inzidenz. Da entsteht ein völlig anderes Bild. Ich würde eigentlich erwarten, dass Amtsärzte bei ihren öffentlichen Berichterstattungen diese Differenzierung vornehmen. Das würde ihnen auch ihre eigene Arbeit erleichtern, weil sie nicht mehr jedem positiven Befund hinterherrennen müssten." 

Zum Test wird ja bekanntlich ein "PCR-Test" durchgeführt. Seit wann gibt es diese Tests? Wozu wurden Sie entwickelt und was kann man damit in Bezug auf Corona* feststellen? 

Dr. med. Th. Sarnes: "Das ist richtig. Der PCR-Test ist ein Instrument der Diagnostik auf dem Gebiet der Virusinfektionen. Was seine Geschichte angeht, so geht die Idee zurück in die 1970-iger Jahre nach Norwegen. Dort allerdings nicht bis zum Ende ausgereift und vergessen hat dann Kary Mullis den Test „neu erfunden“ und bekam auch den Nobelpreis für Chemie im Jahre 1993. Es geht also um Chemie, konkret um Biochemie. Die Grundidee ist, einen, vereinfacht gesagt, genetischen Strang oder einen „Schnipsel“ davon nach dem Prinzip der wiederholenden Verdoppelung (Polymerase) in eine erfassbare Dimension zu transponieren, um dann eine evtl. nötige Bestimmung oder Diagnostik oder was auch immer zu ermöglichen. Hierzu muss definiert werden, wie viele Verdopplungszyklen, der so genannte CT-Wert, sinnvoll sind, um ein realistisches Ergebnis zu bekommen. Man sagt, dass ein CT-Wert oberhalb von 24-30 Zyklen einen Hinweis auf eine sehr sehr niedrige Viruskonzentration ist. Teilweise sind aber Befunde vorliegend, wo CT-Werte deutlich oberhalb von 35 beschrieben sind. An dieser Stelle muss die Frage stehen, ob es sich hier überhaupt um RNA des Virus handelt oder nur Teilstücke bzw. „Virusmüll“ nach einer immunologischen Auseinandersetzung übrig sind. Was aber klar sein muss ist, dass dieser Test nicht geeignet ist aus einer Masse heraus vermeintlich Kranke zu identifizieren. Medizinisch gesehen ist nur ein Kranker mit Symptomen ein Infizierter. Das steht nebenher auch in der Beschreibung des Tests. Die gegenwärtige Anwendungsweise steht der eigentlichen Benutzung und dem Sinn und Ziel dieses Tests völlig entgegen. Sie sollten auch wissen, dass praktisch jeder, das habe ich persönlich in mehreren Kliniken erfragt, der in ein Krankenhaus aufgenommen wird einen Test bekommt, egal, was der Grund seiner Aufnahme ist. Das erklärt Vieles, z.B. die Frage, ob diese Menschen wegen oder mit COVID 19 ins Krankenhaus gekommen sind." 

Nun ist ja auch immer von Todesfällen in Bezug auf Corona* die Rede. Im Landkreis Vorpommern-Rügen ist derzeit von 4 und bundesweit von 12.378 Menschen die Rede, die "mit bzw. durch" Corona* gestorben sein sollen. Wieviel Menschen sterben jährlich in Deutschland? Und was sind die häufigsten Todesursachen? 

Dr. med. Th. Sarnes: "Wir kommen auf eine Diskussion zurück, die eigentlich seit Februar/März ansteht und scheinbar nicht begriffen wird. Dazu nochmals meine Erklärung. Ich bin Arzt und in keiner Weise ein Leugner oder Verharmloser dieser Erkrankung. Nur falls irgendwelche Leute denken, dass hier wieder so ein Idiot zu Wort kommt. Die Diskussion um die Corona-Toten sollte eigentlich nach den Arbeiten und Ergebnissen von Prof. Dr. Püschel aus Hamburg, Pathologen aus der Schweiz und Österreich vom Tisch sein. Keiner stirbt an einer alleinigen Infektion mit SARS-COV-2. Nur das Zusammenspiel von Alter und den damit verbundenen Rahmenbedingungen, Begleitkrankheiten und sonstigen begünstigenden Umständen kann dazu führen, dass eine Infektion mit diesem Virus fatal ausgeht. Das ist traurig im Einzelfall aber, das ist auch das Leben. Und da lasse ich mich als Arzt, der das Wohl und das Leben jedes Menschen im Zentrum seiner Betrachtungen hat, überhaupt nicht von irgendwelchen Laien in die Ecke stellen. Denn, wir müssen wissen, dass in Deutschland täglich um die 2500 Menschen sterben. Das bedeutet jede Woche ca. 16.000 bis 17.000 Menschen, die wir aus unserer Mitte verlieren. Das sind im Jahr ca. 939.520 Sterbefälle. Dieser Wert schwankt, und in diesem Jahr liegen wir laut statistischem Bundesamt genau mittig in der Schwankungsbreite der Jahre 2016-2019. 

Die häufigsten Todesursachen dabei sind wie vermutlich bekannt führend die Herz-Kreislauferkrankungen mit ca. 345.300 Fällen, die Tumorerkrankungen mit ca. 230.000 Fällen und die Erkrankungen des Atmungssystems mit ca. 71.700 Fällen führend. Die Todesfälle im Zusammenhang mit SARS-COV 2, auch wenn es sich im ersten Moment grob anhört, haben eine verschwindend geringe Häufigkeit und kommen nach den Statistiken gerade so, von unten her, in den Bereich der Grippesterblichkeit." 

Nach den US-Wahlen wurde bekannt, dass es einen Impfstoff von Biontech und Pfizer gegen Corona* geben soll. Dabei soll es sich um einen RNA-Impfstoff handeln, von dem der Virologe Alexander Kerkulé meint, dass es sowas noch nie gegeben hätte und er nicht der Erste in der Reihe sein wolle. Darum: Was ist überhaupt ein RNA-Impfstoff? Und: Kann er eine übermäßige Immunreaktion auslösen? 

Dr. med. Th. Sarnes: "Zunächst denke ich, dass es mit den US-Wahlen eher wenig zu tun hat. Da sollten wir die US-Wahlen nicht zu sehr aufwerten. Ja, es gibt angeblich einen Impfstoff und ich bin als Arzt, wenn auch im Ruhestand, sehr besorgt. Es geht um einen RNA-Impfstoff, der in seiner Wirkung am Menschen in ungewöhnlich schneller Abfolge nur aus meiner Sicht dürftig getestet ist. Der Satz von Herrn Spahn, dass wir noch niemals in der Geschichte der Menschheit so schnell einen Impfstoff hatten ist alles andere als ermutigend. Der Hintergrund ist ja in erster Linie die Frage, wann und wogegen wir einen Impfstoff brauchen. Wir brauchen ihn gegen Infektionen, die uns in ungewöhnlich hohem Maße töten. Da kann jeder selbst nachrechnen, wir sprachen bereits darüber. Nun, die Impfung an sich ist eine der größten Errungenschaften der Menschheit. Das aktuelle Problem ist aber neu. Das Prinzip ist folgendes: wir bekommen über eine Injektion einen genetischen Strang von einem Virus, das wir erst kurze Zeit kennen, in Form einer mRNA eingespritzt. Dazu bedarf es eines „Transporters“, der diese RNA „heimlich“, das heißt vom Immunsystem unbemerkt, in unsere Zellen transportiert. Nun löst diese Impfung allein durch diese Transporteiweiße, die toxikologisch schon eine „Verunreinigung“ bedeuten könnten, eine Immunreaktion aus, die wir nicht vorhersagen können. Im schlimmsten Falle löst diese Impfung einen Angriff unseres eigenen Immunsystems auf den eigenen Körper aus, weil überall vom Immunsystem fremde RNA erkannt wird. Über welchen immunologischen Mechanismus das dann geschieht, ist offenbar noch nicht endgültig geklärt, weil das bisherige Zeitfenster zur Beobachtung nicht ausreicht. Das ist natürlich nun sehr vereinfacht dargestellt. Dennoch will ich als Arzt klar sagen, ich halte vor dem Hintergrund des Wissensstandes die bisherigen Testungen am Menschen ethisch für hoch problematisch. Grundsätzlich, wie Sie merken, ein Thema, wo es eigentlich nicht ein Gesundheitsminister sein sollte, der sich hier feiern sollte." 

Was macht Ihnen eigentlich mehr Angst? Corona* oder der Aktionismus und Eifer der Bundesregierung, die - lt. dem "Ärzteblatt" - an nur einem Tag (!) - Mittwoch, den 18. November 2020 - die Änderungen am Infektionsschutzgesetz durch Bundestag und Bundesrat bringen sowie vom Bundespräsidenten unterzeichnen lassen will? 

Dr. med. Th. Sarnes: "Ja, Angst, wir sprachen schon öfter darüber. Vor Corona habe ich keine Angst. Ich versuche mich gesund zu ernähren, achte auf die Vitamine und den Schlaf. Wenn ich erkältet bin oder Schnupfen bekomme werde ich mich zurückziehen und das erwarte ich auch von meinen Mitmenschen. Das ist wertvoller und vor allem wirksamer, als diese sinnlosen Masken. Ich habe große Angst davor, dass die deutsche Ärzteschaft die Fäden nicht mehr in die Hand bekommt. Medizin ist genau das Gegengesetzte von dem, was wir hier gerade erleben. Es macht mir Angst, dass auch unsere Amtsärzte scheinbar Probleme haben, hier frei zu arbeiten. Gerade sie wissen sehr genau, was Inzidenzen bedeuten. Ich habe kein Verständnis dafür, dass Impfungen, wenn sie denn überhaupt erforderlich sind, nicht von den behandelnden Ärzten gemacht werden, sondern in anonymisierten „Impfzentren“ durchgeführt werden sollen. Zu einer Impfung gehört eine Anamnese, eine Risikoabwägung durch den Arzt, dazu gehört eine Aufklärung über die Gefahren und dazu gehört eine Zustimmung des Menschen, der als Gesunder geimpft werden soll. Frage ich mich, was macht hier das Paul-Ehrlich-Institut? Ich muss hier wirklich alle Ärzte, auch in den Kammern und sonstigen Standesvertretungen an unser Genfer Gelöbnis erinnern, besonders an den Schluss. Unsere Politiker haben einen Amtseid geleistet, der endet, wenn die Amtsperiode vorbei ist. Wir haben einen Schwur geleistet, der endet am letzten Tag unseres Lebens! Dieser politische Aktionismus ist für mich ein Signal dafür, dass die Politik in Bund und Ländern nunmehr offenbar realisieren, dass sie in einer unhaltbaren Situation festgefahren sind. Wie immer im Leben ist der Rückzug aus einer unhaltbaren Situation sehr schwer. Mit großen offenen Gesprächsrunden mit „Für“ und „Wider“ wäre das Problem leicht zu lösen. Es gibt viele kluge Wissenschaftler und Ärzte in Deutschland, die ihre Position und Erfahrung auch ohne „hätte“, „könnte“ und „würde vielleicht“ darstellen können. Für diese Gesetze wird man wohl auch zuvor an das Grundgesetz dran müssen. Ich baue hier auf das Parlament, auch wenn es mir nach den letzten Monaten sehr schwerfällt. Die Regierungen in Bund und Ländern müssen uns erklären, warum sie uns unsere Bewegungsfreiheit nehmen und oft die Existenzen zerstören. Wir müssen ihnen nicht begründen, warum wir das alles wiederhaben wollen. Meine größte Angst besteht aber davor, dass sich die Menschen nicht mehr wieder- und zusammenfinden, weil dieser unhaltbare Stress zu lange gedauert hat." 

Herr Dr. Sarnes, wir danken für das Gespräch.

*) das Virus SARS-CoV-2 


Weitere Informationen zum Thema:
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