19 November 2020

Saßnitz in der Woche - Das Extra!

 
In Abwandlung eines bekannten Liedes: "Über 7 Hügel musst Du gehen..."

Liebe Saßnitzer,
am vergangenen Sonntag, den 15. November 2020, waren die Knuppenbieters* wieder in der Stubnitz unterwegs. Und das ist auch der Grund, weshalb ich mal außer der Reihe hier zur Feder greife...

Die Jasmunder waren nun also von der Hagener Holzkoppel aus über den Mittelweg in Richtung Stubnitz aufgebrochen. Aber: Dieser Sonntag meinte es schon von Anfang an nicht gut mit ihnen, denn auf der Höhe der Wosnick-Wiese versperrte eine entwurzelte Buche den Wanderweg. Mit einem kühnen Sprung gings darüber hinweg - aber: Was sie dann entdeckten, dürfte auch andere Jasmunder verwundern! Denn als sie weiter dem Verlauf des Grenzdamms bis zum Hasselsteinschen Damm und dann parallel zum Brisnitzer Bach dem Brisnitzer Weg folgten, stießen sie auf einen erstklassigen Schildbürgerstreich: Mitten auf dem Wanderweg hatten Unbekannte eine Fallgrube von etwa 2 Meter Breite und etwa 3 bis 4 Meter Länge ausgehoben. Die Tiefe war ausreichend, um ein "kapitalen Hirsch" zu verstecken, doch da die Fallgrube auf dem Wanderweg eingerichtet wurde, wollte man wohl für die nächste Saison gewappnet sein und den einen oder anderen Touristen reinfallen lassen.

Alte Brücke: Macht kaputt was Euch kaputt macht?

Das Ganze stachelte natürlich das Interesse der Knuppenbieters* an, weshalb sie nun den Reifenspuren folgten, um den Unbekannten auf die Fersen zu kommen. Das schwere Gerät mit dem die "Naturfrevler" unterwegs waren, hinterließ dabei mit seinen Zwillings-Reifen eine gute Fährte. Überall entdeckten sie dabei weitere "Spuren der Zerstörung". So musste u.a. auch eine im Trockenbau errichtete Brücke über den Zufluss des Quellwassers für den Brisnitzer Bach dran glauben. Ein Stückchen weiter hatte es eine Buche erwischt. Und auch eine tiefe Furche hatten die Unbekannten hinterlassen, dazu künstlich aufgeschüttete Hügel. Einige Jasmunder raunen bereits, dass nun auch noch eine U-Bahn zum Nationalparkzentrum gebaut werden soll. Alles so streng geheim, wie die anderen Bauten, die mit Steuergeldern in die Natur "gebombt" werden. Wichtig ist nur, dass Ihr als Leser das auf keinen Fall weiter erzählt. Warum? Weil umso geheimer, umso besser! Dennoch wollen die Knuppenbieters* nun eine Petition starten. Titel? "Wenn schon U-Bahn-Bau im Nationalpark Jasmund, dann aber mit ICE-Geschwindigkeit und umweltgerecht!" Wie? Zu teuer? Ach, was, dann drucken wir einfach noch ein paar Milliarden Euronen mehr. Heute retten wir Deutschland und morgen die ganze Stubnitz. Oder war es anders herum? In der heutigen Zeit ist ja alles möglich, auch das es genau anders herum läuft.

Niemand hat die Absicht Wasserläufe zu verändern?

Denn eigentlich sind ja laut § 6 der Nationalparkverordnung "alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Nationalparkes oder seiner Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung oder Störung führen können" verboten. Mal ganz abgesehen von "bauliche Anlagen". Auch ist es ja eigentlich verboten "Bodenbestandteile zu entnehmen" oder "Bohrungen und Grabungen vorzunehmen". Auch darf man eigentlich keine "natürliche Wasserläufe und Wasserflächen, deren Ufer sowie den Wasserablauf zu verändern" oder "das Grundwasser" absenken, Aber: Richtig! Es kommt immer darauf an wer es macht. Wir dürfen es nicht! Die "Unbekannten" wohl schon... 

In diesem Sinne: "Eine schönes Wochenende!"
Euer Fiete

*) Die althergebrachte Bezeichnung für Ureinwohner, die auf der Seite der Stubnitz wohnen. Der plattdeutsche Begriff heißt übrigens auf Hochdeutsch soviel wie "Knotenbeißer". Entstanden ist er - lt. Alfred Haas - weil sich dieser besonders urwüchsige Menschenschlag nicht erst die Mühe macht einen Knoten zu lösen, sondern ihn stattdessen einfach "durchbeißt"...

"Oh Buchenbaum, oh Buchenbaum..."


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