12 Dezember 2020

Nachgefragt: Was halten Sie vom "Fließband-Impfen"?


Rügen (PA). Täglich hören wir von neuen Infektionen, PCR-Tests, Todesfällen, neuen RNA-Impfstoffen oder politischen Maßnahmen. Aber wie ordnet man die Informationen ein? Was ist von der Mund-Nasenbedeckung unter freiem Himmel zu halten? Was erwartet uns im Impfzentrum des Landkreises? Worauf sollte ich achten, wenn ich mich impfen lassen will? - Wir sprachen mit dem Mediziner Dr. med. Thomas Sarnes.

Herr Dr. Sarnes, auch in unserem Landkreis überschlagen sich die Ereignisse: Der Landrat hat beispielsweise zwischen 10 und 18 Uhr Mund-Nasenbedeckungen auch unter freiem Himmel verfügt, so dass die Städte und Gemeinden nun Plätze bestimmen sollen, wo dies umgesetzt werden soll. Groteskerweise sind bereits Plätze davon betroffen - wie der Marktplatz von Barth - wo derzeit kaum ein Mensch zu treffen ist. Wie sinnvoll ist die Maßnahme? - Und: Ist das nun Aktionismus oder Handlungsstärke? 

Nun, das alles ist ein typisches Zeichen für eine strukturelle, fachliche und politische Überforderung. Unter freiem Himmel, also in sauberer Luft, an einem Ort, wo die Menschen, wenn sie denn überhaupt so dicht gedrängt sind, sich ohne Probleme aus dem Wege gehen können und das auch tun, eine Maske zu tragen, die in ihrer Wirkung wissenschaftlich belegt ohne positiven Effekt ist, ist ein „Husarenstreich“ im negativsten Sinne. Auf die Bedeutung von Masken und die vielen Studien hatte ich ja schon früher hingewiesen. 
Ich denke aber, dass wir hier nun nicht über den Landrat herfallen sollten. Das ist ja gerade der Schachzug der Bundes- und Landesregierungen, die Verantwortung (den „Schwarzen Peter“) den untergeordneten Ebenen in die Karten zu schieben. Er tut das, was von ihm verlangt wird und er tut es, weil er sonst ein Problem bekommt. Da bin ich fest überzeugt und ich bin inzwischen so weit, dass ich das diesen Leuten nicht mehr übelnehme. Sie sind oft selbst nicht sicher, was richtig ist. 
Er ist, wie ich gelesen habe, Jurist, und so durchschaut er diesen Unsinn vielleicht im Gefühl, kann aber nicht wirklich dagegen argumentieren. Selbst wenn er treffende Argumente hätte, würde man sie nicht zulassen, geschweige denn verstehen.
Ich möchte hier nur kurz berichten. Ich habe mich mit Politikern unterschiedlicher Ebenen, bis in den Landtag und Bundestag unterhalten. Und nun halten Sie sich fest. Was verstehen die unter Inzidenz, Durchseuchung, Letalität, Mortalität, was sagen diese Begriffe aus? Komplette und durchgehende Fehlanzeige. Das ist schockierend. Sie reden mit irgendwelchen Experten, inzwischen wird ja das Krankheitsgeschehen schon vorausberechnet und geschätzt. 
Diese wertvollen Berater haben unverständlicherweise von den Parlamenten ein Beratungsmonopol und merken nicht, dass man sie überhaupt nicht versteht. Im Tagesbericht des RKI wird immer darauf hingewiesen, dass „…im Einklang mit internationalen Standards der WHO und des ECDC wertet das RKI alle labordiagnostischen PCR-Nachweise von SARS-CoV-2 unabhängig vom Vorhandensein oder der Ausprägung einer klinischen Symptomatik als COVID-19-Fälle“. So erklären sich auch die international hohen Zahlen. Das ist nicht Medizin, das ist nicht Statistik, das ist in jeder Hinsicht unzulässig. 
Wenn ein Positiver aus der Quarantäne herausgetestet werden soll, braucht er möglicherweise noch weitere 3-4 Tests, bis er negativ ist. Dann haben wir, induziert durch einen positiven Befund zu Beginn, am Ende 4 bis 5 Fälle. Wenn also der Landrat hier Klarheit haben möchte, dann muss er sich mit seinem Amtsarzt zusammensetzen, der weiß das auf jeden Fall, weil er ja die Fallzahlen an das RKI weiterleitet. 
Alles in allem ordnet sich der Vorgang in das Gesamtbild ein. Auch wenn ich im Ruhestand bin, würde ich es anbieten, mit diesen Leuten zu reden. In einem freundschaftlichen Gespräch zumindest die Grundprobleme zu klären, ergebnisoffen und frei von jeder Aggression und frei von Vorwürfen, wäre vielleicht ein rechter Schritt auch für die Zukunft. Ob es dann leichter ist, bestimmte Entscheidungen in eine andere, vernünftigere Richtung zu treffen, muss offenbleiben. 

Schilder, die in Barth (auf der Straße zum Markt) zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auffordern

Eine weitere Nachricht erreichte uns auch zu einem in Stralsund geplanten Impfzentrum. Wie die "Ostsee-Zeitung" in dieser Woche berichtete, will der Landkreis Vorpommern-Rügen dort mit Erhalt des Biontech-Impfstoffes Bürger „wie am Fließband“ impfen - geplant ist, einem Bürger pro Minute den neuen Impfstoff zu verabreichen. Ist ihnen Vergleichbares schon einmal bekannt geworden? 

Nein, das ist neu. Die Impfung gehört in die Hand des Hausarztes. Ich habe diesen Beitrag gelesen. Tja, was soll man dazu sagen? Wenn diese Vorstellung in der Tat stimmen sollte, dann ist das ein Beleg dafür, welche „Klein-Fritzchen-Vorstellungen“ über die Medizin an sich existieren. Ich habe ja nun inzwischen eine gelassenere Meinung darüber, dass in Deutschland Medizin von Laien betrieben wird. Was man da so aus dem Mund der Ministerpräsidenten hört ist für mich nur noch peinlich. Noch schlimmer ist das, was wir im Fernsehen von hochdekorierten Intensivmedizinern hören und von anderen „Weltärzten“. Aber wären sie einer anderen Meinung, wie viele meiner Kollegen, dann wären sie ja nicht im Fernsehen. Wir werden abwarten, wenn alles mal aufgearbeitet wird, dann werden sich diese Leute erklären und verantworten müssen, davon gehe ich aus. 

Aber Sie hatten ja nach der Impfung gefragt. Ich weiß, dass deutschlandweit Impfzentren errichtet werden, obwohl noch kein Impfstoff für Deutschland zugelassen ist. Ich frage mich nunmehr seit Monaten, warum lassen sich die deutschen Ärztekammern so etwas bieten? Dort sitzen Ärzte, die die Standesvertreter der deutschen Ärzteschaft darstellen, das sind gewählte Ärzte und die schauen zu, wie auf diesem primitiven Niveau Medizin vorgetäuscht wird. Wo Politik anhaltend in der Wahnvorstellung lebt, das Virus ausrotten oder beherrschen zu wollen oder zu können. Das Ergebnis ist das, was wir jetzt haben. Mit der Impfung werden wir nicht weiterkommen, fürchte ich. Ich will mich nicht über die Hintergründe auslassen. Davon verstehe ich nicht so viel, obgleich ich ein politischer Mensch bin und eine Meinung dazu habe. Wir kennen das Märchen vom Teufel mit den 3 goldenen Haaren. Dort kann man lernen, wie gefährlich es ist, den Teufel am Bart zu kitzeln. Das sollte keiner alleine tun. 

Herr Dr. Sarnes, uns ist eines aufgefallen: Hunderte Menschen müssten ja innerhalb einer Stunde auch über die Risiken informiert werden. Ist das denn unter diesem Zeitdruck überhaupt umsetzbar? Schließlich hat ja jeder Bürger eine andere Vorbedingung, z.B. wenn er bereits gegen eine Krankheit Medikamente einnimmt. Und: Worauf sollten Bürger, die sich impfen lassen wollen, unbedingt achten? 

Ich würde an dieser Stelle gern auf einige Zitate hinweisen. Der Chef des RKI, Herr Prof. Wieler hat ausgesprochen sinngemäß; wir wissen nicht, wie der Impfstoff wirkt, ob er überhaupt wirkt aber wir wissen, dass er kommt. Herr Prof. Lauterbach sagte sinngemäß; für einen geimpften Menschen geht alles so weiter, weil er sich ja trotzdem anstecken kann und auch krank werden kann, vielleicht nicht so schlimm, aber vielleicht kann er auch die Krankheit weitergeben, das wissen wir alles nicht. Gesundheitsminister Spahn hat darauf hingewiesen, dass Apotheker aber auch Ärzte nicht auf Risiken der Impfung hinweisen sollten, weil gerade deren Wort Gewicht habe (sinngemäß). Es wird behauptet, dass der Impfstoff eine 95%ige Wirkung habe. Nach 40 Berufsjahren sage ich Ihnen, dass es so etwas nicht gibt. Alles in allem wird es jetzt konkret. 
Nach meiner Information aus eigenen Recherchen und aus Kontakten mit international bekannten Wissenschaftlern gibt es keine validen Daten über die Toxikologie (Giftigkeit), Pharmakologie (Verteilung, Bindung und evtl. Ausscheidung) im Körper und über die immunologischen Effekte. Das ist der Grund, warum z. B. die Schweiz die Zulassung des Produktes bis zum Vorliegen dieser Daten ausgesetzt hat. Das ringt mir höchsten Respekt ab. 
In Deutschland schreit schon die Impfkommission des RKI (StIKO) über die Strategie und wir bauen schon Zentren für die „Impflinge“, eine unerträgliche Betitelung für die Seele eines Arztes. Wir sind aktuell noch im Testverfahren für eine Impfung, die es nie zuvor gab, von der wir nur eine theoretische Idee haben, wie sie wirkt. Der beratende Virologe der Bundesregierung forscht nach Angaben gerade an der Form der zu erwartenden Antikörper. Das wird ja Zeit, wie ich meine. Und genau diese, bisher unbekannte Impfung wird ohne die vorklinischen Experimente, die wir für die Zulassung auch jeder neuen Schmerztablette brauchen, in einer unverantwortlichen Kürze durchgepeitscht. Das ganze zudem in einer Situation, die die Frage gestatten muss, ob hier überhaupt eine Impfung sinnvoll ist. Die Bewertung der Erkrankung ist ja durch die WHO relativiert worden. 

Aber, wie auch immer, die Medien und die Gesamtsituation geschürter Angst haben ein dickes Polster an Impfbereitschaft geschaffen. Mitarbeitern im Gesundheitswesen wird diese Impfung sehr energisch angeraten, was mich persönlich sehr bedrückt. 

Wenn man also nun freiwillig zum Impfzentrum geht, dann wird man auf Personen treffen, die man nicht kennt und vermutlich auch nicht erkennt. Das ist den praktizierten Schutzbedingungen zuzuschreiben. Auch der Arzt kennt Sie nicht. Das heißt, er muss sich mit Ihnen unterhalten, um herauszubekommen, ob Sie überhaupt impftauglich sind. Das heißt, er muss von Ihnen erfahren, welche Krankheiten Sie haben, welche Medikamente Sie einnehmen, ob Sie allergisch sind und wenn ja, wogegen. Er muss wissen, welche Impfungen Sie schon haben, um evtl. Kreuzreaktionen auszuschließen. Er muss wissen, wie Sie die anderen Impfungen vertragen haben. Da sind eigentlich schon mal 5-8 Minuten verstrichen. Das alles muss dokumentiert werden. Dann kommt die Beratung. Er muss Ihnen mitteilen, in welcher Phase der Testung Sie geimpft werden. Er muss Sie über die eventuellen Risiken der Impfung aufklären. Sie müssen Gelegenheit haben, Fragen zu stellen. Dann muss er Ihnen darstellen, was mit Ihren Daten passiert. Es ist nach meiner Information geplant, nicht über die Kassendaten zu ermitteln, sondern eigene Datenbanken anzulegen. Am Ende unterschreiben Sie eine Einwilligungserklärung, nachdem der Arzt in dieser Einwilligung Ihre Fragen und seine Antworten schriftlich eingefügt hat. Dann unterschreibt der Arzt, der die Impfung verabreicht, kein anderer Mitarbeiter, und davon erhalten Sie dann eine vom Arzt unterschriebene Kopie für zu Hause. Achten Sie darauf, dass die Unterschrift ergänzt werden muss durch einen lesbaren Stempel mit evtl. der Arztnummer. Wir Ärzte haben eine lebenslange Arztnummer. So sieht es das Patientenrechtegesetz bei jeder invasiven medizinischen Handlung vor. Es ist wichtig, dass sie im Haftungsfall, also falls Ihnen etwas Unerwünschtes passiert, Zugriff auf das System haben. Es ist damit zu rechnen, dass der Staat und der Inverkehrbringer, also der Pharmahersteller, am Ende nicht haften werden. Somit haftet der Arzt, der Sie impft und der genau über den Impfstoff Bescheid wissen muss und der Ihrem Wohl verpflichtet ist und niemandem anders.

Laut einer Umfrage - veröffentlicht in der BILD v. 12.12.2020 - will sich nur noch jeder 2. Bürger impfen lassen

Nun sollen Bürger, die sich in stationärer oder ambulanter Pflege befinden, zuerst "durchgeimpft" werden. Was sollten Angehörige dazu wissen? 

Für die Menschen in Heimen oder für sonstige pflegebedürftige Personen gilt das Gleiche wie ich es bereits erwähnte. Hier halte ich es aber für dringend erforderlich, dass die Angehörigen ihren Mitmenschen, Eltern oder wem auch immer beistehen. Die Situation wird für die Menschen ohnehin stressig und einschüchternd sein. Wenn die Angehörigen die Situation nicht erfassen oder nicht ausdrücklich und schriftlich zustimmen, würde ich zum Beispiel meine Eltern nicht impfen lassen. Wir dürfen nicht vergessen, geimpft werden immer Gesunde. Das ist die Grundlage bei jeder Impfung. Jede Impfung ohne eine schriftliche Einwilligung ist unzulässig und damit juristisch angreifbar. 

Abschließend noch eine Bemerkung. Bisher war alles nicht schön, unangenehm und lästig. Jetzt kommt Medizin ins Spiel. Hier haben Politiker jeglicher Entscheidungsebene nichts, aber auch gar nichts mehr zu melden. Jetzt kommen unabwendbar Ärzte ins Spiel. Und wir Ärzte haben unser Leben dem Menschen im Allgemeinen gewidmet. Und das endet nicht im Ruhestand, das endet am letzten Tag unseres Lebens. Und deshalb zur Erinnerung an alle Ärzte, auch Amtsärzte und Standesvertreter bis in die internationalen Ebenen hinein zum Weltärztepräsidenten: 

DEKLARATION VON GENF verabschiedet von der 2. Generalversammlung des Weltärztebundes, Genf, Schweiz, September 1948 und revidiert von der 22. Generalversammlung des Weltärztebundes, Sydney, Australien, August 1968 und revidiert von der 35. Generalversammlung des Weltärztebundes, Venedig, Italien, Oktober 1983 und revidiert von der 46. Generalversammlung des Weltärztebundes, Stockholm, Schweden, September 1994 und sprachlich überarbeitet auf der 170. Vorstandssitzung, Divonne-les-Bains, Frankreich, Mai 2005 und auf der 173. Vorstandssitzung, Divonne-les-Bains, Frankreich, Mai 2006 und revidiert von der 68. Generalversammlung des Weltärztebundes, Chicago, Vereinigte Staaten von Amerika, Oktober 2017. 

Das ärztliche Gelöbnis

"Als Mitglied der ärztlichen Profession gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen. 

Die Gesundheit und das Wohlergehen meiner Patientin oder meines Patienten werden mein oberstes Anliegen sein. 

Ich werde die Autonomie und die Würde meiner Patientin oder meines Patienten respektieren. 

Ich werde den höchsten Respekt vor menschlichem Leben wahren. Ich werde nicht zulassen, dass Erwägungen von Alter, Krankheit oder Behinderung, Glaube, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politischer Zugehörigkeit, Rasse, sexueller Orientierung, sozialer Stellung oder jeglicher anderer Faktoren zwischen meine Pflichten und meine Patientin oder meinen Patienten treten. 

Ich werde die mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod der Patientin oder des Patienten hinaus wahren. 

Ich werde meinen Beruf nach bestem Wissen und Gewissen, mit Würde und im Einklang mit guter medizinischer Praxis ausüben. Ich werde die Ehre und die edlen Traditionen des ärztlichen Berufes fördern. Ich werde meinen Lehrerinnen und Lehrern, meinen Kolleginnen und Kollegen und meinen Schülerinnen und Schülern die ihnen gebührende Achtung und Dankbarkeit erweisen. 

Ich werde mein medizinisches Wissen zum Wohle der Patientin oder des Patienten und zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung teilen. Ich werde auf meine eigene Gesundheit, mein Wohlergehen und meine Fähigkeiten achten, um eine Behandlung auf höchstem Niveau leisten zu können. 

Ich werde, selbst unter Bedrohung, mein medizinisches Wissen nicht zur Verletzung von Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten anwenden. 

Ich gelobe dies feierlich, aus freien Stücken und bei meiner Ehre." 

Ich bin mir klar, dass viele diese Worte nicht verstehen oder akzeptieren. Wer sich aber einen wirklichen Arzt nennt, für den sind diese Worte heilig.

Herr Dr. Sarnes, wir danken für das Gespräch.


Weitere Informationen zum Thema:
https://www.inselreport.de/2019/04/die-hochsten-pommerschen-leuchtturme.html   https://www.inselreport.de/2019/04/die-groten-pommerschen-inseln.html   https://www.inselreport.de/2019/11/die-erfolgreichsten-pommerschen-musiker.html https://www.inselreport.de/2017/10/enders-welt.html   https://www.inselreport.de/2017/10/mythos-stortebeker-2-die-rugenfestspiele.html   https://www.inselreport.de/2018/08/uber-ulrich-muther-seine-mitstreiter.html
https://www.inselreport.de/2019/12/schloss-putbus-zum-wiederaufbau.html   https://www.inselreport.de/2019/10/nord-stream-2-wettlauf-mit-der-zeit.html   https://www.inselreport.de/2018/07/ein-besuch-der-hydrierwerke-politz.html