07 Dezember 2020

Stettiner stimmen über die Sedina ab


Modell der Stettiner Sedina im Pommerschen Landesmuseum

Stettin (PA). Ab heute, Montag, den 7. Dezember 2020, werden die Bürger von Stettin wieder über die Projekte des kommenden Jahres abstimmen, die im Haushalt der Stadt Berücksichtigung finden sollen. Zu den Vorhaben, die Zustimmung finden könnten, gehört dann vielleicht auch die Wiedererrichtung der "Sedina", jener zentralen Figur des sogenannten Manzelbrunnens, die wie keine andere den wirtschaftlichen Aufschwung und Erfolg der Odermetropole ausdrückt.

Entworfen wurde die Brunnen-Anlage durch Otto Rieth (1858-1911), die dann mit den Figuren des Bildhauers Ludwig Manzel im Jahre 1898 zur Ausführung kam. Es war das Jahr der Eröffnung des Freihafens und damit einer der Meilensteine bei der Entwicklung der Hafenstadt. Die "Sedina" - hoch gelobt und mit der "Großen Goldenen Medaille" der Großen Berliner Kunst-Ausstellung ausgezeichnet - wurde als "Liebeserklärung an die Odermetropole" auch Opfer des Zweiten Weltkriegs, weil sie zur Wertstoffgewinnung wie ein unzählige andere künstlerische Werke eingeschmolzen wurde. 

Nun liegt es also in der Hand der Bürger, ob die "Sedina" wieder nach Stettin zurückkehrt und zukünftig den heutigen Tobruk-Platz, der seinen historischen Umfeld bewahren konnte, ziert und damit auch Ausdruck eines wiedergewonnenen Selbstbewusstseins der Odermetropole wird. Die Kosten dafür werden übrigens auf etwa 780.000 EUR geschätzt. Nach der Rückkehr einer historischen Sammlung von Produkten der Stettiner Firma Stoewer, die u.a. Nähmaschinen, Fahrräder und Automobile umfasst, könnte damit aber auch ein weiteres Achtungszeichen durch die Stadt gesetzt werden, die bisher sowohl Moderne - wie die neue Philharmonie - als auch Tradition - wie die Hakenterasse - geschickt miteinander zu verknüpfen wusste. 

Die Abstimmung findet 14 Tage lang bis zum Montag, den 21. Dezember 2020, statt. Ein Modell des preisgekrönten Denkmals ist im Pommerschen Landesmuseum der Hansestadt Greifswald ausgestellt. Die "Sedina" gilt als sagenumwobene Frauengestalt und Schutzpatronin der Odermetropole Stettin. Sie war auch Namensgeber eines Automobils - des "Stoewer Sedina".

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