10 Januar 2021

Mein Sonntag in Saßnitz

Liebe Saßnitzer,

in Zeiten in denen täglich unglaubliche Geschichten erzählt werden, möchte ich auch meinen Beitrag dazu leisten. Meine "Geschichte" besteht aus mehren Teilen...

Eine ungewöhnliche "Fahrgemeinschaft"

Stell Dir vor, Du hättest geheiratet. Dein Problem: Du möchtest gerne ein Auto fahren. Daran ist aber erst seit Deiner Heirat zu denken, weil ihr erst jetzt gemeinsam über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt. Die Sache hat allerdings noch einen Haken. Deine Frau stimmt dem Autokauf nur zu, wenn Du diesen gemeinsam mit dem Nachbarn abwickelst, weil dieser viel von Autos verstehen würde. Und: Nur er darf bei Euren "Spritztouren" am Steuer sitzen, Du hingegen sollst auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Aber es kommt noch besser: Der Nachbar sucht auch das Auto aus, welches gekauft und aus Euren Mitteln bestritten wird. Zugegeben! Spätestens an dieser Stelle, würdest Du Dir sicher die Frage stellen, was für ein Verhältnis zwischen Deiner Frau und Deinem Nachbarn besteht, oder? 

(Doch was würdest Du Dich fragen, wenn der Nachbar der WWF, Du die Stadt Saßnitz und Deine Frau das Land Mecklenburg-Vorpommern wäre? Was, wenn es sich auch um einen Untersatz - in diesem Falle die "Klobrille" am Königstuhl - und bei dem Kauf um eine Summe von etwa 7,6 Mio. EUR handeln würde?)

Ich dachte, Du weißt, was Du willst, oder?

Doch zurück zum "Autokauf": Wie ich Dich kenne, hast Du Dir bisher, bevor Du Dir ein Auto gekauft hast, auch Fragen, wie diese gestellt: Brauche ich überhaupt ein Auto? Was für ein Auto entspricht Deinen Vorstellungen? Soll es ein Benziner, Diesel oder "Stromer" sein? Was kostet er? Wie hoch sind die Unterhaltungskosten? Oder: Welche Farbe soll das Auto haben? 

"Gedankenstütze" für Entmündigte?

Doch bleiben wir bei unser "Geschichte": Stell Dir vor, Du hättest also bei unserem Beispiel auch ganz eigene Vorstellungen, wie so ein Auto also aussehen könne oder wie groß es sein müsste. Nun stell Dir ferner vor, dass Deinem Nachbarn das gar nicht gefällt. Der Grund ist simpel: Längst hat er Kataloge gewälzt, Prospekte von Edel-Karossen bestellt, Probefahrten unternommen und sogar feste Vorabsprachen mit einem Autohändler getroffen. Um nun nicht ganz so dumm vor dem Autohändler dazustehen, muss er sich nun etwas einfallen lassen. Schließlich kann er sich ohne Euer Geld das Fahren eines teuren Autos gleich ganz "abschminken". Also lässt er seine Muskeln spielen, holt sich juristische Hilfe und sorgt dafür, dass Du entmündigt wirst - Deine Stimme also kein Gewicht hat. Da nun aber formal nach außen der Schein gewahrt werden soll, fragt Dich Deine Frau, was Du denn gerne für ein Auto hättest. Und nun nimmt die Sache noch einmal ein überraschende Wende: Dein Nachbar schreibt Dir nun vorab eine Kurznachricht*, damit Du auch weißt, wie Du Dir den neuen Wagen vorzustellen hast - also praktisch eine "hilfreiche" Gedankenstütze. Gesagt, getan! Und das Gute: In diesem Jahr soll also Untersatz nun geliefert werden. 

Was zu Tränen rührt...

Wir hoffen Du freust Dich! In der Politik würde man von Lobbyismus sprechen. Aber bei dieser (natürlich völlig frei erfundenen) "Geschichte" wollen wir lieber versöhnlich von "guter Nachbarschaft" sprechen. Und wenn diese noch nicht gestorben ist (könnte man in Anlehnung an Grimms Märchen sagen) so feiert sie auch weiterhin frohe Urstände. Solltest Du Dich dennoch an vergleichbare Dinge erinnert fühlen, dann schau lieber nicht auf Deine Kontoauszüge. Du könntest von dieser Nachbarschaft zu Tränen gerührt sein...

Also: Bleib in Schwebe!

Einen schönen Sonntag wünscht

Fiete 


*) So könnte die Kurznachricht Deines Nachbarn lauten:

"Du sagst, dass Du die gleiche Idee von einem neuen Auto hast, wie ich, Dein lieber Nachbar (Sollte unbedingt gegenüber Deiner Frau erwähnt werden!). Du erklärst außerdem, dass dem Kauf sowieso nix entgegen stünde, weil Du nicht nur entmündigt wurdest sondern auch die entsprechende Entscheidungen nicht mehr verhindern könntest...."




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