13 Januar 2021

Impfpannen, Nötigungen und Krankenhausschließungen?


Rügen (PA). Wer täglich die "Leitmedien" konsumiert, stolpert über vieles, was einen in Sachen "Corona" nachdenklich macht.  - Wir sprachen dazu mit dem Mediziner Dr. med. Thomas Sarnes.

Herr Dr. Sarnes, im Dezember 2020 sprachen wir bereits über das "Fließband-Impfen". Heute gibt es Schlagzeilen von "fehlendem Impfstoff" oder der "Steigerung der Impfbereitschaft" sowie "Impfpannen". Können Sie sich das erklären? 

Ja, das „Fließbandimpfen“ war ja wohl irgendwo der Traum vieler Leute, besonders natürlich der Traum der Impfstoffhersteller. Alles, die ganze Berichterstattung der „Leitmedien“, die Argumentation der Politik und die Argumentation der Fachleute, die dem Impfstoff das Wort geredet haben war darauf ausgerichtet, dass ab dem Tag des Impfstartes die Menschenmassen die Impfzentren stürmen werden und nun das. Ich möchte aber für unser Gespräch noch eines vorausschicken. Ich bin Arzt und kann und will somit den Menschen, die sich impfen lassen möchten, das nicht ausreden. Der Impfstoff ist so wie er ist zugelassen, was mich persönlich hochgradig erstaunt wie auch enttäuscht, aber es ist nun so. 

Was den fehlenden Impfstoff angeht habe ich ein Verständnisproblem. Der Gesundheitsminister hat für viele Millionen Euro Impfstoffe für die deutsche Bevölkerung geordert. Nun schaut er zu, wie das Produkt vor seinen Augen aus dem Land läuft. Dem Hersteller ist es ohne Zweifel egal wer ihn bekommt. Rein theoretisch gäbe es die Gesetzeslage vor dem Hintergrund der Epidemie nationaler Tragweite her, dass der Impfstoff einfach von der deutschen Regierung beschlagnahmt werden könnte. Aber ich meine, da kommt der Gesundheitsminister nicht raus. Und das Spiel EU-Deutschland-EU kennen wir ja schon. Ich vermute, es liegt eher an der geringen Impfbereitschaft. Wenn man sich die Medien anhört oder die Sprache der Politiker, dann gewinnt man schon den Eindruck, dass sie vergessen haben, dass ein gebildetes Volk vor ihnen steht. Wir schreiben das Jahr 2021 und sind nicht mehr angewiesen auf ARD und ZDF. Die Menschen informieren sich und erfahren natürlich auch, wie viele Daten zu dem Impfstoff besonders in Bezug auf Sicherheit, Wirkungsweise und Langzeitprobleme noch offen sind. Aber, dazu kommen wir vielleicht noch. 

Nun ist ausgerechnet in unserem Landkreis eine "Impfpanne" passiert, bei der ein Arzt eine fünffache Dosis - mehr als in allen Tests - gespritzt hat. Doch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sollen sich nicht nur gegen den Arzt sondern auch gegen die Person richten, die die Impfung vorbereitet hat. Wer trägt denn üblicherweise bei einer Impfung die Verantwortung? 

Nun, ich war in meiner ärztlichen Tätigkeit Chirurg. Das heißt, mein Streben nach Präzision, nach optimaler Abstimmung und Zusammenarbeit, nach Einweisung und risikoadjustierter, als sicherer Arbeitsweise standen bei mir im Zentrum aller Aufmerksamkeit. Die Verantwortung auch auf die Schwester zu übertragen ist zumindest menschlich problematisch. Vielmehr glaube ich, dass es keine Einweisung in die Materie, also in die Verpackung, in die Verabreichungsvorschrift und in die Eigenschaften des Präparates gegeben haben wird. Dafür ist in vollem Umfang der Impfarzt zuständig. Und wenn die Schwester ihm die ganze Packung aufgezogen hat, dann muss er vor der Injektion merken, dass er eine volle Spritze in der Hand hat. Was aber für mich viel wichtiger ist, das sind die betroffenen Impfkandidaten, die ja aktuell immer noch an einem laufenden Experiment teilnehmen. Hier muss der Vorgang vollumfänglich untersucht und dokumentiert werden, weil im Schadensfall die Haftung geklärt werden muss. Ich erinnere nur daran, dass es bis heute keine Daten über die Auswirkungen auf die Fortpflanzung gibt. Zumindest sind mir keine derartigen Untersuchungen bekannt und ich glaube schon, hier gut informiert zu sein. Es kann nicht sein, dass diese Menschen dann womöglich beweisen müssen, was passiert ist. 

Auch bei der Impfbereitschaft scheint es anders zu sein, als uns zuvor Umfragen berichteten. Nachdem es eine Skepsis bei Pflegekräften und Krankenhausmitarbeitern gegen den neuartigen Impfstoff zu geben scheint, werden nun Prämienzahlungen diskutiert. Andere Arbeitgeber fordern in uns vorliegenden Schreiben Arbeitnehmer auf sich impfen zu lassen, da andernfalls keine Verwendung mehr für diese im Betrieb besteht. Ist Ihnen Vergleichbares schon einmal bekannt geworden? 

Wir haben uns ja nun seit dem Frühjahr 2020 alles Mögliche anhören müssen. Wir haben zugesehen, wie die Wirtschaft im weitesten Sinne zerstört wurde und wir haben uns von den Medien erschrecken lassen. Inzwischen denke ich, haben sich die Menschen neu orientiert. Jetzt geht es ans „Eingemachte“. Jetzt soll den Bürgern dieses Landes eine Impfung gespritzt werden, die dann eine endgültige Situation umrahmt, was immer noch an „neuen Erkenntnissen“ hervortritt. 

Selbst wenn wegen zu großer Nebenwirkungen die Impfkampagne abgebrochen wird, diese Menschen haben den Impfstoff, über den es noch sehr wenig Daten gibt, drin. Da hilft auch keine Impfprämie weiter. 

Was die Arbeitgeber angeht, so habe ich meine Meinung und da kommen die nicht gut weg. Ich bin zwar kein Jurist, aber ich war viele Jahre sachverständiger Gutachter bei Gerichten. Wenn ein Mitarbeiter sich impfen lassen möchte, dann wird er das tun. Und wenn er das nicht möchte, dann lässt er das. Wenn hier ein Vorgesetzter eingreift, dann sollte er schon mal eine gute Haftpflichtversicherung abschließen. Wenn ein Mensch nicht geimpft werden möchte und das dann nur tut, weil sein Vorgesetzter ein solches Ultimatum stellt, dann ist jede noch so gute ärztliche Aufklärung und die Unterschrift zur Einwilligung gegenstandslos. Der Mitarbeiter wurde genötigt durch seinen Chef und insofern haftet der Chef persönlich für jegliche Folgen der Impfung. 

Im Übrigen denke ich, dass es z.B. in einem Pflegedienst wenig förderlich ist. Ein Team gut ausgebildeter Mitarbeiter wird sich auch nicht nötigen lassen. Wenn er dann alle entlässt, kann der Pflegedienst auch zu machen. Übrigens noch soviel dazu, ich bin kein Impfgegner. Mein persönlicher Impfausweis ist voll, der meiner Kinder auch und ich habe auch selbst geimpft. Nur, falls jetzt jemand glaubt, sich aufplustern zu müssen. Dazu kommt die gesetzliche Grundlage und das läuft darauf hinaus: freiwillig ist freiwillig. 

Nun sprechen Mitglieder des Ethikrates bereits von einer Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Auch ist von Nutzung bestimmter Einrichtung nur mit Impfnachweis die Rede. Das allerdings lässt selbst die ARD nach der "Impfpflicht durch die Hintertür?" fragen. Liegt der öffentlich-rechtliche Sender damit richtig? 

Wir bleiben hier auf juristischer Schiene. Da möchte ich gerne Stellung nehmen aber die Juristen mögen mir verzeihen, wenn ich zu weit aus dem Fenster hänge. Was den Ethikrat angeht hat er sich in meinen Augen ohnehin in der letzten Zeit weitgehend diskreditiert. Hier nun noch solche Äußerungen zu treffen, scheint mir Anlass zu sein darauf hinzuweisen, dass der Ethikrat dem Schutz der Menschen in diesem Lande zu dienen hat und nicht der Politik zum Munde redet. Das kenne ich persönlich aus der Vergangenheit anders. 

Gleiches sage ich zu den nahezu unerträglichen Forderungen auch von hochgestellten repräsentativen Ebenen, die da fordern, dass Menschen, die sich nicht impfen lassen möchten, persönliche Nachteile haben sollten. Für derartige „Ärzte“ steht wirklich mal die Überprüfung ihrer ärztlich moralischen Integrität zu Diskussion. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten haben für mich persönlich ihren Bonus in Hinsicht auf Bewertungen verspielt. Sie hatten nun 10 Monate Zeit zu recherchieren, um den Menschen, deren Information sie verpflichtet sind, zu erklären, was das Problem ist. Dazu waren und sind sie leider nicht bereit oder in der Lage. Also: Vielleicht sollten sie sich dann jetzt auch besser heraushalten. 

Nur zur Erinnerung, wir haben hier ein weites Feld für investigativen Journalismus. Kein Mensch ist nach dem Gesetz verpflichtet oder zu verpflichten, ein Gesundheitsdokument vorzulegen oder seinen Gesundheitszustand öffentlich zu machen. Und wenn die Restaurants solche Gäste nicht mehr einlassen, was nebenbei auch nicht geht, dann werden sie staunen und an den leeren Gasträumen sehen, wie wenige Menschen sich haben impfen lassen. Ich glaube aber, dass sich die Unternehmen hier jetzt und in der Zukunft nicht instrumentalisieren lassen werden. Dieses Verhalten wird ihnen so doch von „außen“ suggeriert. Aber, das sind doch auch alles kluge Menschen. 

Eine aktuelle Meldung der "Frankfurter Rundschau" lautet: "Merkel erwägt Verlängerung des Lockdowns". Wer sollte aus Ihrer Sicht über derartig weitreichende Entscheidung befinden? 

Niemand! Das erwägt sie doch nicht, sondern das muss sie tun, wenn sie ihrer Logik folgt. Ich denke aber es reicht jetzt und ich fordere die Verantwortlichen in der Bundesregierung und in den Landesregierungen auf, endlich die klaren Daten zur Kenntnis zu nehmen. 

Jeder Bürger hat inzwischen Zugang zu diesen Daten. Auf jeden Fall muss Schluss sein mit diesen eigenartigen Entscheidungsgremien, die in der Verfassung nicht vorgesehen sind. Ich fordere deshalb unsere Ministerpräsidentin auf, hier eine vernünftige und durchschaubare wie vorwärts gerichtete Entscheidung zu fällen. Es muss auch Schluss sein mit diesem inhaltsfreien emotionalen Gerede, aus dem nicht ein einziges Argument zu hören ist, dass einer Datenüberprüfung standhält. 

Die Politik muss uns diese Maßnahmen klar und nachvollziehbar begründen. Dieses Gerede davon, dass wir so ein Glück hatten ist zunächst mal falsch und das will auch keiner mehr hören. Wenn es nach medizinischem Wissen geht, was hier in den Gremien scheinbar immer noch fehlt, dann hält die Erkältungsphase, in der die unterschiedlichsten Viren nachgewiesen werden, auch SARS-COV 2 noch bis zum März an. Das weiß jeder Arzt, auch der jüngste irgendwo in einer Praxis in einem Dorf. Nur in Berlin scheint man alle 2 Wochen darüber zu staunen. Die Daten liegen für jeden Bürger dieses Landes offen. Intensivstationen sind nicht überlastet, seit August 2020 wurden ca. 6000 ITS-Betten abgebaut. Im letzten Jahr wurden Kliniken geschlossen mit ungefähr 3000 Betten. 

Die deutschen Ärzte sind sehr wohl in der Lage, Corona-Patienten kompetent zu behandeln, wenn man sie nicht ständig durch Journalisten von der Arbeit abhalten würde. Sie sind dafür hervorragend ausgebildet. Die Menschen auf dieser Erde sind im Übrigen auch daran gewöhnt, dass man im Alter sein Leben mit dem Tod beendet. Da muss man nicht zuvor noch eingesperrt werden. Und ja, es war schon immer so, dass es Krankheiten gibt, die mancher Schwache nicht überlebt. Daran wird auch ein Lockdown nichts ändern. Wo es an Personal fehlt, liegt das nicht am Virus, sondern da ist die Politik Ansprechpartner. Vor diesem Hintergrund sollte man mal überlegen, wie wir da wieder herauskommen, von mir aus auch gerne so, dass keiner sein Gesicht verliert. 

An erster Stelle steht doch die Frage, wie finden wir die Kranken? Bisher jagen wir, die Gesundheitsämter vorne weg, doch positiven Testergebnissen nach. Wir beschäftigen uns doch gar nicht mehr mit den Menschen. Wir beschäftigen uns doch nur noch mit dem Virus. Dazu haben wir noch alle Zeit, denn es wird bei uns bleiben, wie die anderen Viren auch. Wir werden es gemeinsam mit unserem Immunsystem in unsere biologische Lebensumgebung aufnehmen und mit ihm leben. So ist das nun mal auf dieser Welt. Deshalb sage ich, legen wir endlich die Testerei in die Hand der Arztpraxen. Die entscheiden viel besser und klüger als jeder andere, wer einen Test braucht und wer nicht. Der Kranke geht nämlich zum Arzt, wenn es ihm schlecht geht und nicht in ein Testzentrum, nur falls das inzwischen vergessen wurde. 
https://www.inselreport.de/2019/04/die-hochsten-pommerschen-leuchtturme.html   https://www.inselreport.de/2019/04/die-groten-pommerschen-inseln.html   https://www.inselreport.de/2019/11/die-erfolgreichsten-pommerschen-musiker.html https://www.inselreport.de/2017/10/enders-welt.html   https://www.inselreport.de/2017/10/mythos-stortebeker-2-die-rugenfestspiele.html   https://www.inselreport.de/2018/08/uber-ulrich-muther-seine-mitstreiter.html
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