02 Februar 2021

Das sagt die Studie zum Abstieg am Königsstuhl

Unvergessener Aufruf zur Demonstration am Königsstuhl im Jahre 2018

Saßnitz (SAS). Im Juni 2018 meinte Landrat Dr. Stefan Kerth (SPD), dass der Abstieg am Königsstuhl ein touristischer Höhepunkt sei und man dafür auch kämpfen sollte. Er würde dabei ggf. das Heft in die Hand nehmen, um eine Lösung herbeizuführen. Die liegt nun als "Machbarkeitsstudie zur Verwirklichung eines dauerhaften Erhalts des Abstiegs am Königsstuhl im Nationalpark Jasmund (Rügen)" vor. Erstellt wurde sie im Auftrag des Landkreises Vorpommern-Rügen durch die Dr. Johannes Feuerbach GmbH. Doch was steht in der sogenannten "Feuerbach-Studie" zum Abstieg am Königstuhl wirklich drin?

Zur Standsicherheit des Geländes kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass "sich die jetzigen Hangneigungen von 30 bis 40 Grad aufgrund der bodenmechanischen Parameter des Untergrundes eingestellt haben." Nach ihr gibt es keine Hinweise auf aktuelle Bewegungen und es wird davon ausgegangen, dass sich der Hang im Gleichgewicht befindet.

Der Lohmer Jörg Burwitz begrüßt am 31. März 2018 die Gäste der Protestkundgebung am Königsstuhl

Das bedeutet für die geotechnischen Überlegungen, dass der Neubau eines Abstiegs "in Form einer Treppenanlage auch entlang der rückgebauten Trasse möglich wäre". Während dies auf der oberen Hanghälfte "statisch wirksam" möglich wäre, wird dagegen der Trassenverlauf im unteren Hangdrittel zur Herausforderung, da hier mit regelmäßigen Beschädigungen gerechnet werden müsste. Auch aus wirtschaftlichen Gründen biete sich daher ein weiterer Abstiegsverlauf über ein kleineres und nach Westen verlaufendes Kerbtal an, weil sich dieses "nicht mehr grundlegend verändern wird".

Auf Grund der damit gegebenen Rahmenbedingungen schlägt die Studie den Bau einer verzinkten Treppenanlage vor. Der Abstieg könnte damit im oberen Hangbereich quer zum Hang erfolgen, im mittleren Hangbereich würde sich eine Kombination eines geschotterten Weges mit kleineren Treppenbauwerken anbieten und im unteren Hangbereich müsste ein Hangrücken mit einer Treppenanlage überwunden werden.

Die Machbarkeitsstudie geht in der Folge detailliert auf die Umsetzungsmöglichkeit der Treppenanlage ein. Bedingt durch die notwendige Standsicherheit der Anlage werden Druck- und Mikrozugpfähle vorgeschlagen, um die Lasten zu verteilen und die Windlasten aufzunehmen. Da nur ein schrittweiser Bau möglich ist, bei dem auch der Materialtransport Berücksichtigung finden muss, liegt die Baukostenschätzung zwischen etwa 2,6 und etwa 3,4 Mio. EUR. Sie wird dem aus bautechnischer Sicht erhöhten Aufwand unter den sich aus der Geologie ergebenen schwierigen Rahmenbedingungen gerecht.

Nun muss es nur noch die Umsetzung des Lösungsvorschlages erfolgen. Die finanziellen Mittel dazu können im Landeshaushalt für die Erhöhung der Attraktivität des Nationalparks Jasmund auf der Insel Rügen eingestellt werden.

Aufnahmen von der Demonstration Protestkundgebung zu Ostern 2018
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