05 Februar 2021

Erinnerung an die Deportation pommerscher Juden

Greifswald (PA). Der pommersche Arbeitskreis Kirche und Judentum lädt am Freitag, den 12. Februar 2021 zu einer stillen Andacht in der Greifswalder Mühlenstraße 10, wo sich einst der der frühere Gebetssaal der jüdischen Gemeinde befand, ein. Ab 17 Uhr ist vorgesehen, mit Blumen und Kerzen an die Deportation von Juden am 12. und 13. Februar 1940 zu erinnern. 

Zum Hintergrund des Ereignisses berichtete der Blog des Pommersche Greif  - eines geneaologischen Geschichtsvereins - im Jahre 2015 u.a., dass an diesen Tagen etwa 600 zur Deportation bestimmte Personen aus Stettin, der Rest aus dem übrigen Regierungsbezirk, in Stettin gesammelt und vom dortigen Hauptgüterbahnhof mit der Eisenbahn (bei - 30 Grad) auf die 690 Kilometer lange Strecke nach Lublin geschickt wurden, wo sie am Morgen des 17. Februars 1940 ankamen. Von dort aus soll es dann in die Gettos von Piaski, Belzyce und Glusk gegangen sein. Nach Aussagen des Pommerschen Greif sei es bereits am Tag der Ankunft zur Registrierung von 10 Verstorbenen gekommen, im ersten Monat waren es mehr als 80 Tote. Von den deportierten pommerschen Juden sollen nur zwei nach Deutschland zurückzukehrt sein. Nur sechs Frauen und der Zahnarzt Dr. Erich Mosbach aus Stettin sollen das Lager überlebt haben. 
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