13 Februar 2021

Geheimer Schloßtunnel in Stettin gefunden

Der stabilisierter Nordflügel des Stettiner Schlosses im Jahre 2019
Stettin (PA).
Bei Untersuchungen des Stettiner Schlosses wurde ein Tunnel entdeckt, der sich im Nordhang befindet. Anlass waren Untersuchungen, die im Vorfeld der Anlegung einer Terrasse im Juni letzten Jahres durchgeführt wurden. Dann wurde - wie die Direktorin des Schlosses, Barbara Igielska jüngst bei einer Pressekonferenz erklärte - ein Brunnen von etwa 16 m gebohrt, durch den sich Spezialisten abseilen konnten

So ergab sich, dass unter dem Nordhang ein etwa 270 Meter lange Tunnel erkundet wurde, der zum einen aus Stahlbeton in kantiger Form und zum anderen aus Backsteinziegeln in gewölbter Form errichtet wurde. Von Letzterem wurden nun Ziegel- und Mörtelproben entnommen und untersucht. Nun schließe man aus den Ergebnissen, dass der gemauerte Abschnitt noch aus dem Mittelalter stammen könne.

Die Untersuchung steht auch im Zusammenhang mit dem Einsturz einer Säule und Decke im Nordflügel, der sich unerwartet im Jahre 2017 ereignete. Die Tunnelführung erfolgt um etwa 60 Meter direkt unter dem Nordflügel und weitere 210 Meter unter dem Nordhang. Wobei weitere Überraschungen - wie Verzweigungen - durchaus möglich sind. Derzeit steht ein Teil des 2,00 bis 2,3 Meter hohen Tunnels jedoch unter Wasser, weshalb ein Eingriff dringend notwendig ist. Wie sich nun bei den Untersuchungen ergab, ist die Tunnelführung auch nicht so, wie es Pläne aus dem zweiten Weltkrieg vermuten ließen. Zudem sei der mittelalterliche Tunnel dem Schlossmuseum bislang unbekannt gewesen. 

Zum weiteren wurde nun bekannt, dass die Denkmalschutzbehörde eine Genehmigung zum Fällen von Bäumen und Sträuchern auf dem Nordhang erteilt hat. Die Entscheidung wurde in dieser Woche - am Montag, dem 8. Februar 2021 - bekannt gegeben. In der Begründung hieß es u.a. unter anderem: 

"Das Fällen von Bäumen ist mit einem wichtigen sozialen Interesse verbunden, nämlich der Notwendigkeit, den Nordhang zu sichern und Terrassen des Hügels anzulegen. Das Vorhandensein von Hohlräumen und instabilem Boden in einer der Öffentlichkeit zugänglichem Ort kann eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit darstellen."

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