21 Februar 2021

Mein Sonntag in Saßnitz

 

Liebe Saßnitzer,

wer Lust auf "Treppenwitze" hat, braucht nicht in die Ferne schweifen. Dafür reicht bereits ein Blick in die Wasser-Prawda*, wo Leser mit recht unterschiedlichem Erfolg in Sachen "Abstieg" erheitert werden. Nun gibt es derzeit von vielen Abstiegen zu berichten - sozialen, wirtschaftlichen oder politischen... Der Gipfel der Erregung wird derzeit jedoch nur am Königstuhl erreicht!

Nachdem eine Studie die Machbarkeit eines Abstiegs am "heiligsten" Kreidefelsen der Insel erklärt, ist man dem Vernehmen nach am "Schweriner Hof" pikiert. Man könnte auch sagen: Wie kann man den Rüganern nur weiter "Zucker" geben, statt sie aus dem Nationalpark raus zu halten? Zum Affen machen sich dabei allerdings ganz andere! 

Nachdem gewählte Bürgervertreter jetzt auf die Idee kamen, dass die Stadt Saßnitz den Abstieg bauen sollte, tauchen aus Sicht der Befürworter die "üblichen Verdächtigen" auf, um "die Sache abzuräumen". Ob dem so ist, mag jeder für sich beurteilen. - Allerdings sei an dieser Stelle von drei Wortmeldungen der Skeptiker berichtet:

1.) Die kompetente Saßnitzer Bauamtsleiterin, gab zu bedenken, dass die Stadt gar nicht Eigentümerin sei. Sie vermutet nach "ihrem Kenntnisstand" (Schöne Formulierung!) das Land als Eigentümer. 

Dazu eine gut gemeinte Anmerkung:

Wie eine andere amtliche Stelle im Rahmen einer Untersuchung durch das Katasteramt bereits im letzten Jahr feststellte, ist der Hang zum Teil gar nicht katastriert, Urkarten der Entstehung liegen einfach nicht vor, so dass der Eigentümer vor 1921(!) zu ermitteln wäre (Darüber wurde an dieser Stelle übrigens bereits berichtet...). 2020 galt der Hang somit als "herrenlos"(!), weil er keinem Eigentümer zugeordnet werden konnte. Das wiederum war für die Knuppenbieters Grund genug, um einen Formalanspruch anzumelden, damit die Rüganer nicht weiter zu "Zaungästen" degradiert werden, wenn es um ihre Anliegen geht. Und Minister Till Backhaus? Dieser müsste sich dann ggf. mit der Rolle des "Zaunkönigs" begnügen. Er hat seinen Thron ja schon selbst an der neu errichteten "Grenze" eingeweiht.

Nebenbei angemerkt als Info für die "bösen Buben":

Einer der Knuppenbieters lässt derzeit im "Schweriner Ausland" prüfen, inwieweit es zulässig war, auf einem fremden Hang zu bauen. Auch soll nun ermittelt werden, weshalb und wieviel "Volkseigentum" - also der vom Steuerzahler finanzierte Abstieg - einfach vernichtet werden kann und wer dafür zur Verantwortung bzw. in Haftung zu ziehen ist. 

2.) Der Saßnitzer Bürgermeister, dem sonst kein "Königsweg" zu teuer ist, um ggf. auch mal im Kreis zu gehen, meldet ebenfalls Bedenken an (- wie die Wasser-Prawda* anmerkt nach dem Motto "Machbarkeitsstudie hin oder her"!).  Zu Recht sieht er die Stadt im Falle eines Baus auch in der Pflicht der Erhaltung - allerdings wollen wir bei diesem Zusammenhang gar nicht erst an den Seesteg denken. Großes Kino! - Also: Bitte Abstand halten. 

Rückblick:

Im Kreistag des Landkreises soll er ja auch bereits gegen den Abstieg am Königsstuhl gestimmt haben.

3.) Wundern tut man sich derzeit ebenfalls im Nationalparkamt - vertreten durch den Leiter der Nationalparkverwaltung auf Jasmund Dr. Ingolf Stodian. Immerhin! - Aber lesen wir doch in der Wasser-Prawda*: Es sei "ungewöhnlich", dass "der Eigentümer an dem Verfahren weder beteiligt noch über das Ergebnis informiert worden sei". Richtig! Das Land ist ja - nach den Erkenntnissen des letzten Jahres - auch kein Eigentümer.

Nun, nachdem die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern geklärt sind, gehen wir also in die "nächste Runde". Irgendwie beschleicht einen aber auch dabei wieder das Gefühl, dass es nicht darum geht, was die Rüganer wollen, sondern darum, was "Schwerin" will. Sollten also "de Ossen" nicht bald zu Vernunft kommen, wird es wohl notwendig werden, sie an die Ergebnisse der Rügenschen Erbfolgekriege zu erinnern. Hilft auch das auch nicht, bleibt uns ja nur noch, sie dahin zu schicken, wo "der Pfeffer wächst". Und dorthin gibt es ja sogar schon eine Direktverbindung über die "neue Seidenstraße"... 

Natürlich sind die ganze vorangegangen Zeilen nicht ganz ernst gemeint! 

Die gerade Erwähnten zählen zu den liebsten Menschen auf der Welt und vieles lässt sich derzeit eben nur noch mit Humor ertragen selbst Inkompetenz (wenn es sie denn gebe). Nur in einem sollte man in "Schwerin" richtig verstanden werden:

"Wahltag ist Zahltag!"

In diesem Sinne Euch ein schönes Wochenende 
Euer Fiete

*) liebevolle Umschreibung der OZ




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