30 März 2021

Müther-Schale in Templin wird neues Leben eingehaucht

Templin (PA). Vor wenigen Jahren war noch unklar, ob die Hyparschale des Binzers Ulrich Müther in Templin überhaupt gerettet werden kann. Dann gab es gleich von zwei Politikern Bemühungen, das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk im Jahre 2015 zu retten. Nur wenige Monate später begann damals eine erste aufwendige Sicherung der Betonschale.

Rückblick: Das national bedeutende Bauwerk im Bürgerpark war zunächst ab Oktober 1972 als Speise- und Tanzgaststätte »Bürgergarten«, ab 1977 als Gaststätte des FDGB-Erholungsheimes "Salvador Allende" genutzt worden. Mit dem politischen Umbruch verlor der Zweckbau jedoch seine Bedeutung und stand seit 1991 leer. Hoffnung für einen Erhalt kam erst mit der Unterschutzstellung des rautenförmigen Baus im Jahre 2004 auf, als das Objekt unter der Nummer 09130135 als Brandenburger Baudenkmal eingetragen wurde. 

Allerdings sollte noch einige Zeit vergehen, bis dem Bau des Binzers Ulrich Müther wieder mit dem dafür notwendigen Schwung "neues Leben" eingehaucht werden konnte. Neben der Sanierung der Betonschale war dazu vor allem die Wiederherstellung der Glasfassade notwendig, wie sie viele Rüganer auch von der Fassade der "Ostseeperle" in Glowe kennen. Nun nimmt auch die Müthers Schale in Templin wieder Stück für Stück seine vertraute Gestalt an und entfaltet dabei seine zeitlose Schönheit in klaren Formen. Mit der Fertigstellung könnte hier nach dem Willen des Stadtrates u. a. die Verwaltung des Naturparks Uckermärkischer Seen einziehen. Zudem soll eine Kindertagesstätte in einem Nebengebäude seinen Platz finden. 

Die aktuellen Fotos erreichten uns dazu übrigens in der letzten Woche direkt von der Baustelle und sollen ein kleiner Gruß aus Brandenburg an die Insel Rügen sein. Neben der der erwähnten Betonschale hat der Landbaumeister von Rügen aber noch weitere Spuren in Templin hinterlassen: So gibt es auch noch einen Strandkiosk am Templiner See und Reparatur- und Fahrzeughalle mit sogenannten Schirmschalen. Das letztgenannte Bauwerk findet als einziger Industriebau Müthers Erwähnung.

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